Normalien
Messen mit Standards
Für den Bau einer Messvorrichtung zur Prüfung der Isolationsfähigkeit von Kabeln in Elektrofahrzeugen griffen die Ingenieure beim Zerspanungsspezialisten Embe auf Norm- und Bedienteile von Norelem zurück.
Die Anfänge von Embe reichen bis in die 50er Jahre zurück zur damaligen Dreherei Bayha, die hochwertige Präzisionsteile für die unterschiedlichsten Branchen fertigte. Der Name hat sich zwar geändert, der Anspruch an die Qualität ist geblieben: Ausgestattet mit einem hochmodernen Maschinenpark ist Embe heute spezialisiert auf CNC-Zerspanung, 5-Achs-Fräsen und CAD/CAM-Programmierung. Auch der Sondervorrichtungsbau, beispielsweise zur Blechdickenmessung, gehört zum Portfolio. Zu den Kunden zählen Maschinenbau- und Medizintechnikunternehmen, die Auto- und Motorradindustrie sowie die Elektronikbranche.
Wenn der Funke überspringt
Im Bereich der E-Mobilität müssen stromführende Komponenten zuverlässig funktionieren, egal ob bei starker Hitze oder eisiger Kälte, das gilt insbesondere für Kabelisolierungen. Je genauer man nun deren Isolationseigenschaften untersucht, desto kompakter und effizienter können die Antriebe werden. Das bringt nicht nur einen Marktvorteil, sondern schont auch die Umwelt und Ressourcen.
Die von Embe gebaute Messvorrichtung testet die Isolation zweier Drähte, indem sie einen Draht mit Prüfspannung beaufschlagt und ihn so lange auf den gegenüberliegenden anderen Draht zubewegt, bis die Isolation durch einen Lichtbogen durchschlagen wird. Das bedeutet, dass die elektrische Spannung stark genug ist, um den isolierenden Mantel des Drahtes zu durchbrechen. Dadurch entsteht ein Stromfluss zwischen den beiden Drähten, was zeigt, dass die Isolation versagt hat und nicht mehr wirksam schützt.
Für ein aussagekräftiges Testergebnis sind mehrere Messreihen mit unterschiedlichen Parametern notwendig, zum Beispiel Positionen, Spannung und Temperatur. Michael Pieske, Projektleiter bei Embe Zerspanung, beschreibt die Anforderungen: „Die Messvorrichtung muss in ihrer Mechanik ein breites Spektrum an Anfahrbewegungen bereitstellen, aber ebenso eine hohe Wiederholgenauigkeit (+- 0,02 mm) aufweisen.“ Die Vorrichtung besteht zu etwa zwei Dritteln aus standardisierten Bauteilen aus dem Norelem Portfolio. Zu einem Drittel wurden selbst hergestellte Komponenten verbaut.
Vorteile durch Normteile
Fragt man Michael Pieske, warum sich Embe für Norm- und Bedienteile von Norelem entschieden hat, nennt er insbesondere drei Gründe: die Qualität und schnelle Verfügbarkeit der Produkte und den übersichtlichen Onlineshop inklusive der umfangreichen Norelem CAD-Datenbank. Bauteile aus dem Norelem Sortiment erfüllten zum einen am besten die technischen Anforderungen an das Projekt, zum anderen biete der Onlineshop „ausführliche Produktbeschreibungen inklusive Spezifikationen, Abmessungen und sonstiger Daten, und ist auf Grund seiner Qualität und Struktur eine hervorragende Inspirationsquelle für mögliche Lösungswege. Das jeweils gewünschte Produkt wurde hinsichtlich erreichbarer Toleranzen ausreichend präzise im Webshop beschrieben und kam somit für uns sofort in Frage,“ so Pieske.
Parallelstücke aus Stahl von Norelem dienen als Referenzplatte für die Messuhr bzw. dienen der Abstandsmessung, denn die Ebenheit des Bauteils ist die Voraussetzung für eine exakte Messung. Ein Hubtisch und ein Positioniertisch bilden die Basis: Hier können Höhe und Y-Position präzise eingestellt werden. Über die Montage-Grundplatte lassen sich beide Tische zu einer Einheit verbinden und ermöglichen so eine horizontale und vertikale Bewegung.
Der zweite Positioniertisch bildet das Herzstück der Vorrichtung und dient der Positionierung auf der X-Achse. Mit diesem Schlitten werden die beiden Drähte aufeinander zubewegt. Hierbei ist präzise Wiederholgenauigkeit gefordert, deshalb wurde dieses Bauteil zusätzlich modifiziert: Der Verstellgriff wurde entfernt und durch eine Ratsche – ähnlich einer Messschraube – ersetzt, sodass die Proben stets mit einer konstanten Kraft ‚auf Block‘ gefahren werden können. Dieser Abstand wird als Nullmarke gesetzt.
Wirtschaftlich attraktiv und schnell verfügbar
Für den langjährigen Kunden Embe spielte bei der Entscheidung für Norelem auch das gute Preis-Leistungs-Verhältnis eine Rolle, wie der Projektleiter betont: „Ganz klar, den hier benötigten Führungsschlitten mit Spindel für unter 400 Euro selbst herzustellen, ist uns schlicht nicht möglich.“ Zudem schätzt Embe die schnelle und dauerhafte Verfügbarkeit der Komponenten.
Ein weiterer Pluspunkt: die zu jedem Teil verfügbaren, kostenlosen CAD-Modelle, die beim Zerspanungsspezialisten sowohl während der Entwurfsphase als auch bei der Finalisierung eines 3D-Modells parallel auf einem zweiten Bildschirm geöffnet sind. Muss zum Beispiel eine Schraube in das 3D-Modell eingebaut werden, können direkt die Verfügbarkeit (ab Lager) und mögliche Alternativen ermittelt werden.
Das schafft Sicherheit und spart laut Pieske unter anderem unnötige Lieferzeiten, weil Sonderlängen vermieden werden können: „Wir wollen nicht lange recherchieren, nur um festzustellen, dass ein Produkt doch mühsam eigenhändig nachkonstruiert werden muss. Norelem erspart uns das, im Gegensatz zu vielen anderen Anbietern.“
Erleichtert wird die Arbeit vor allem durch die einheitliche Struktur des Webshops. Normteileabmessungen sind bei jedem Artikel in gleicher Art tabellarisch aufgeführt, um verschiedene Produktvarianten bequem vergleichen zu können. Insgesamt ergibt sich so für Embe in der Zusammenarbeit mit Norelem ein verlässlicher Workflow.
Verlässlichkeit statt „Katze im Sack“
Projektleiter Michael Pieske arbeitete schon bei seinem vorherigen Arbeitgeber mit Norelem Komponenten und bringt diese Erfahrungen bei Embe ein. Norelem ist in vielen Ingenieurbüros und (Hoch-)Schulen als Vollsortimenter bekannt und unterstützt mit der Norelem Academy regelmäßig Projekte junger Techniker und Konstrukteure mit Bauteilen und Know-how – eine Strategie, die sich offenbar bewährt.
Embe zählt Norelem zu seinen Stammlieferanten und nutzt dessen Produkte für Sondervorrichtungen, aber auch in der eigenen Produktion. Die gute Partnerschaft schätzt man auch bei Norelem: „Wir freuen uns, einen Partner und treuen Kunden wie Embe zu haben, bei dem unsere Norm- und Bedienteile sowie CAD-Daten täglich gebraucht und eingesetzt werden,“ betont Dirk Langenohl, Key Account Manager bei Norelem.
Embe verweist außerdem auf die schnelle und dauerhafte Verfügbarkeit von Teilen, die erstklassige Qualität und den umfassenden Service. Hier gebe es keine unangenehmen Überraschungen, so der Zerspanungsspezialist, denn dank der präzisen und ausführlichen Darstellung der Produkte im Onlineshop in Bild, Text und 3D-Modell wisse man genau, was man bekommt. Im (seltenen) Fall von Lieferschwierigkeiten oder fehlenden Teilen sorge Norelem zudem kompetent und unkompliziert für schnelle Abhilfe; auch der technische Support überzeuge. Neuen Projekten oder einer engeren Zusammenarbeit stehe man bei Embe deshalb offen gegenüber, so Pieske abschließend.
Autor: Almir Jakupovic, Leitung Vertrieb Norelem GmbH & Co. KG
Bilder: Norelem, Embe






norelem.de
























































































