Motorstarter
Technologie auf dem Vormarsch
Mit dem Motus C14 in den Ausführungen Basic und Connect Plus präsentiert Wöhner eine Motorstarter-Familie, die traditionelle Grenzen in der Schaltschrankbestückung überwindet.
Der Schaltschrank ist das Herzstück jeder Industrieanlage. In ihm treffen zwei zentrale Anforderungen aufeinander: Auf geringem Platz eine maximale Funktionalität herstellen. Für Schaltschrankbauer und Betreiber entsteht daraus ein Spannungsfeld, um mit immer leistungsfähigeren Anlagen Schritt halten zu können.
So sind konventionelle Motorstarter-Kombinationen beispielsweise etabliert und bewährt – doch sie bringen Nachteile mit sich. Sie sind sperrig, erfordern aufwendige Verdrahtung und führen nach Kurzschlüssen zu erheblichen Stillstandszeiten. Denn dann müssen Sicherungen getauscht und Systeme manuell zurückgesetzt werden. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Diese Systeme liefern keine Daten über ihren Zustand. Wenn ein Fehler auftritt, bleibt die Ursache verborgen. Techniker müssen oft zeitaufwendig und ineffizient diagnostizieren.
Mit dem Motus C14 in den Ausführungen Basic und Connect Plus präsentiert Wöhner eine Motorstarter-Familie, die diese traditionellen Grenzen überwindet. Die Kombination aus elektronischem Schutz, kompakter Bauform und intelligenter Systemintegration macht die C14-Technologie zu einem echten Ersatz für konventionelle Motorstarter-Kombinationen.
Elektronischer Schutz in zehn Mikrosekunden
Das Hauptmerkmal des Motus C14 ist die elektronische Kurzschlussdetektion und -abschaltung in zehn Mikrosekunden. Diese Geschwindigkeit ist nicht bloß eine technische Kennzahl, sondern hat unmittelbare praktische Konsequenzen auf die Anlage. Zum Vergleich: Herkömmliche Schmelzsicherungen benötigen Millisekunden, um zu reagieren. Der Motus C14 ist damit 100- bis 1.000-mal schneller. Diese Schnelligkeit reduziert die Durchlassenergie im Fehlerfall radikal, was bedeutet, dass das Gerät selbst, die angeschlossene Motorwicklung und die gesamte Schaltanlage durch deutlich geringere Energiemengen belastet werden.
Aus Sicht des Betreibers ergeben sich daraus klare Vorteile: Weniger Wärmeentwicklung, geringerer Stress auf Nachbarkomponenten und eine insgesamt längere Lebensdauer der Anlage. Im Gegensatz zu herkömmlichen Sicherungen bleibt der Motus C14 darüber hinaus nach einem Kurzschluss unmittelbar funktionsfähig. Das Gerät kann entweder vor Ort über USB oder sogar aus der Ferne wiedereingeschaltet werden. Ein Sicherungsaustausch entfällt, ebenso die damit verbundenen Kosten für Ersatzteile.
Für räumlich verteilte Anlagen und angesichts des akuten Fachkräftemangels in der Elektrotechnik verspricht diese Technologie eine Erleichterung. Kein Techniker muss zur Anlage fahren, um eine Sicherung zu wechseln. Die Wiederinbetriebnahme erfolgt sofort nach Fehlerbehebung. Darüber hinaus ist der Motus C14 eigensicher: Er überwacht kontinuierlich seinen eigenen Gerätezustand. Das adaptive Thermomanagement mit integriertem Lüfter unterstützt die Wärmeableitung zuverlässig. Das Resultat ist eine robuste, wartungsarme Konstruktion, die den Anforderungen moderner Produktionsanlagen gerecht wird.
Eine Familie, zwei Varianten
Wöhner führt den Motus C14 in zwei Varianten mit unterschiedlichen Funktionsumfängen. Beide Geräte – Basic und Connect Plus – teilen ein Kernfundament, und zwar die C14-Technologie mit ihrer Abschaltung in zehn Mikrosekunden und der anschließenden Wiedereinschaltbarkeit ohne Austausch. Beide Varianten haben eine identische Baubreite von nur 22,5 Millimeter und nutzen die CrossLink-Technologie, die sie auf alle Basissysteme von Wöhner anwendbar macht (beispielsweise das CrossBoard, 60Classic oder Panel).
Der Motus C14 Basic ist mit standardisierter Konfiguration optimal für 3-polige Direkt- und Wendestarter-Anwendungen. Die Standardkonfiguration ermöglicht eine schnelle, unkomplizierte Inbetriebnahme. Der Fokus liegt auf zuverlässigem Schutz und maximaler Verfügbarkeit. Die Variante ist ein kosteneffizienter Einstieg in die C14-Technologie und lässt sich problemlos in Energieverteilkonzepte integrieren.
Der Motus C14 Connect Plus bietet als umfassendes Motormanagementsystem erweiterte Funktionen. Es verfügt über einen 3-phasigen Softstarter (minimale Sockelspannung 50 bis 95 Prozent, Hochlaufzeit 1 bis 20 Sekunden), individuelle Parameterkonfiguration, Datenerfassung über IO-Link, ein interaktives Bedienkonzept mit Display sowie umfangreiche Diagnosefunktionen. Dieses Gerät richtet sich an Anwender, die vollständige Anlagenkontrolle, Transparenz und Konnektivität verfolgen.
Praktischer Mehrwert
Die Vorteile von elektronischem Motorschutz schlagen sich unmittelbar auf Betreiberseite nieder, indem es dort zu kürzeren Ausfallzeiten, weniger Service- und Wartungsaufwand und schnellerer Inbetriebnahme kommt. Angepasst an die spezifische Anforderung hat der Kunde die Wahl zwischen einer kosteneffizienten Lösung mit dem Motus C14 Basic und dem Motormanagementsystem Motus C14 Connect Plus.
Schaltschrankbauer profitieren in der Zusammenarbeit mit Wöhner von einer durchdachten Portfolio-Strategie. Der Motus C14 positioniert sich nicht nur als ein Einzelprodukt und eine Technologie auf dem Vormarsch, sondern als Teil eines stetig wachsenden Portfolios. Basissysteme, Komponenten und Services werden dabei konsequent zusammengedacht und weiterentwickelt, um die sich im Wandel befindenden Marktbedürfnisse stetig zu bedienen.
Autor: Kevin Steinert, Produktmanager Elektronik beim Schwesteruntenehmen von Wöhner: Future Systems GmbH & Co. KG
Bilder: Wöhner GmbH & Co. KG
96472 Rödental
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