Stromversorgung
Fault Managed Power: Sichere Stromversorgung über große Distanzen
Mit dem Fault Managed Power System (FMPS) stellt Panduit eine Stromversorgungslösung der Klasse 4 vor. Sie kombiniert die Leistungsfähigkeit von Klasse-1-Systemen mit der Sicherheit und einfachen Installation von Klasse 2 und ermöglicht bis zu 2 km Reichweite bei bis zu 600 W pro Kupferpaar.
Panduit hat sein Fault Managed Power System (FMPS) auf den Markt gebracht. Das Stromversorgungssystem der Klasse 4 soll die sichere Verteilung hoher Leistungen über große Entfernungen ermöglichen. Nach Angaben des Unternehmens ist es das weltweit erste System dieser Klasse, das nach UL 1400-1 und IEC/UL 62368-1 zertifiziert ist.
Die Lösung adressiert laut Panduit den wachsenden Bedarf an leistungsstarker, sicherer und skalierbarer Stromversorgung für digitale Infrastrukturen. Dazu zählen unter anderem großflächige drahtlose In-Building-Systeme, Distributed Antenna Systems (DAS) sowie intelligente Gebäudetechnologien.
Stromversorgung mit Impulsstrom
Das FMPS nutzt eine Impulsstromtechnologie. Dabei wird die elektrische Leistung in kurzen Impulsen über Mehrleiterkabel der Klasse 4 übertragen. Die Impulse sind laut Panduit typischerweise zwei Millisekunden eingeschaltet und eine Millisekunde ausgeschaltet.
Jeder Impuls wird in Echtzeit auf Fehler wie Kurzschlüsse sowie Leitungs- und Erdungsfehler überwacht. Erkennt das System einen Fehler, wird die Stromübertragung innerhalb von zwei Millisekunden unterbrochen. Dadurch soll das Risiko von Stromschlägen oder Bränden gegenüber herkömmlichen Hochspannungssystemen reduziert werden. Das System liefert laut Hersteller bis zu 600 W pro Kupferpaar und ermöglicht Übertragungsstrecken von bis zu 2 km über Kabel der Klasse 4.
Bis zu 4,8 kW pro Gehäuse
Für die Skalierung der Stromversorgung unterstützt das FMPS mehrere hot-swap-fähige Sendermodule. Bis zu neun dieser Module können pro Gehäuse eingesetzt werden. Hinzu kommen bis zu drei hot-swap-fähige Netzteile mit einer Leistung von bis zu 4,8 kW pro Gehäuse.
Die Empfängermodule wandeln die Impulsstromwellenform in Ausgänge mit ±48 VDC oder ±56 VDC um. Damit lassen sich mehrere Endgeräte versorgen, wobei Panduit keine Begrenzung der Anzahl der Geräte pro Empfänger nennt.
Beim Wirkungsgrad erreicht das System laut Hersteller Spitzenwerte von mehr als 97 %. Die Kabel der Klasse 4 sollen zudem Einsparungen bei den Kabelkosten von bis zu 60 % und einen geringeren Kupferverbrauch durch dünnere Leiterquerschnitte ermöglichen.
Vereinfachte Installation
Das FMPS wurde für eine berührungssichere Hochspannungsversorgung entwickelt. Im Vergleich zu Stromkreisen der Klasse 1 sollen dabei komplexe Installationen mit Leitungsrohren, Anschlusskästen und Schutzschalttafeln entfallen.
Kupfer- und Glasfaserkabel können laut Panduit gleichzeitig verlegt werden. Dadurch soll sich die Installation vereinfachen und der Aufwand für Installation und Material um bis zu 40 % reduzieren.
Fernüberwachung und Management
Für die Verwaltung verfügt das FMPS über ein integriertes Verwaltungsmodul. Es unterstützt unter anderem SNMP V3/V2c, HTTP/HTTPS, SSH, RADIUS, DNS, DHCP, SMTP und LDAP.
Betreiber erhalten damit laut Panduit Echtzeitinformationen zum Stromverbrauch und zu Fehlermeldungen. Einzelne Komponenten können zudem aus der Ferne heruntergefahren oder neu gestartet werden. Ziel ist es, die Betriebszeit zu erhöhen und Vor-Ort-Einsätze zu reduzieren.
Alternative zu klassischen PoE-Reichweiten
Panduit sieht insbesondere bei 5G-Small-Cells, IoT-fähigen intelligenten Gebäuden und campusweiten Wi-Fi-Netzwerken einen Bedarf an Stromversorgungslösungen, die über die Reichweite herkömmlicher PoE-Systeme hinausgehen.
Das FMPS soll eine bis zu 30-mal größere Reichweite und eine bis zu sechsmal höhere Leistung als Systeme der Klasse 2 ermöglichen. Dadurch soll sich die Stromverteilung zentralisieren lassen, während gleichzeitig eine hohe Dichte an Endgeräten unterstützt wird.
Anwendungsfelder sieht Panduit unter anderem in älteren Gebäuden und Stadtzentren mit eingeschränkten Möglichkeiten zur Leitungsverlegung sowie in großen Veranstaltungsorten, Stadien, Flughäfen und Industriegeländen.
Zertifizierungen und Konformität
Panduit gibt an, dass das FMPS nach UL 1400-1 und UL 1400-2 sowie nach IEC 62368-1, IEC 61508, FCC Teil 15 Unterabschnitt B, ICES-003, EN 55032 und EN 55035 zertifiziert ist.
Damit soll das System Anforderungen an elektrische Sicherheit, Umweltkonformität und Leistungsanforderungen für den Einsatz in Europa, dem Nahen Osten und Afrika erfüllen. Panduit nennt dabei unter anderem die Konformität mit REACH und RoHS.
65824 Schwalbach
DEUTSCHLAND




























































































