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Maschinen intuitiv bedienen

Maschinen intuitiv bedienen

Die Bedienung eines HMI sollte intuitiv und einfach sein. Was sind die größten Herausforderungen?

Die größte Herausforderung ist der Spagat zwischen steigender Spezialisierung und Individualisierung der Maschinen. Im Hightech-Markt ist jede Maschine durch zahlreiche Optionen ein Unikat, oft für ein spezifisches Bauteil optimiert. Ihre Einrichtung dauert lange, danach erfolgt kaum noch Anpassung. Im Gegensatz dazu stehen flexible Allroundmaschinen, die verschiedenste Werkstücke fertigen und ein leistungsfähiges, intuitives User Interface benötigen. Für einen HMI-Anbieter wie Keba bedeutet das: Individualmaschinen erfordern viele Anpassungen, während Allroundmaschinen starkem Preisdruck unterliegen. Eine flexible HMI-Plattform muss beide Szenarien bedienen, an Kundenwünsche anpassbar sein und deren Corporate Design integrieren. Dies gilt auch für Robotik-Anwendungen, von Industrierobotern bis zu humanoiden Robotern. Unsere Produkte sind hochflexibel und ermöglichen eine anwendungsspezifische Bedienung sowie normgerechte Sicherheit. Die größte Herausforderung bleibt jedoch ein intuitives User Interface, das durch User-Centered Design optimal auf die Nutzergruppen abgestimmt ist.

Wie unterstützt Keba Unternehmen mit ihrem HMI-Konfigurator dabei, maßgeschneiderte Lösungen zu entwickeln, und welche Vorteile bietet die Nutzung des Konfigurators im Vergleich zur klassischen Produktwahl?

Ein HMI-Produkt von Keba bietet unzählige Varianten und Zusatzfunktionen. Ein KeTop kann in fast 5 000 Standardvarianten gefertigt werden – ohne Anschlusskabel und Zubehör wie Wandhalterungen oder Tragesets mitzuzählen. Um Kunden bei dieser Vielfalt zu unterstützen, nutzen wir einen interaktiven Online-Konfigurator. Er ersetzt Excel-Tools und Produktbroschüren, erleichtert die Preisgestaltung und beschleunigt Angebote. Zudem dient er als Vertriebskanal, z. B. über LinkedIn, und wird auf weitere Produktgruppen ausgeweitet.

Welche Entwicklungen und Trends sehen Sie in den nächsten Jahren für den HMI-Markt?

Humanoide Roboter sind schon Realität in der Produktion und Intralogistik. Weitere Trends sind das weitere Verschmelzen der OT- und IT-Ebene, konkret zu sehen am Einsatz von Tablets in der Produktion oder an der Anbindung von Maschinen an Bestellsysteme, die automatisch die Arbeitsplanung erledigen und über Lieferzeiten Auskunft geben können. Der Einzug von KI ist ebenfalls klar zu spüren. Hier gibt es Use Cases, wie über KI Mehrwerte kreiert werden können. Ich denke dabei an die Erstellung von Inhalten zur Fehlerbehandlung bei Maschinen. Weniger geschultes Personal wird durch genau durch die benötigten Arbeitsschritte geführt, um z. B. Produktionsstörungen zu beheben. Dazu müssen die benötigten Inhalte nicht mühsam einzeln erstellt werden, sondern werden von der KI z. B. aus Handbüchern oder Digitalen Zwillingen erstellt und über Maschine Learning weiter entwickelt. 
 

Benjamin Hackl, Head of HMI Solutions, KEBA Industrial Automation GmbH

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