Umfrage

Deutsche blicken gespalten auf Künstliche Intelligenz

Künstliche Intelligenz (KI) polarisiert die Menschen in Deutschland wie kaum ein anderes Thema: Fast die Hälfte zeigt sich begeistert von KI-Anwendungen (45 %), ebenso viele äußern jedoch Sorgen (46 %). Dies zeigt eine aktuelle Ipsos-Studie, die in 30 Ländern weltweit durchgeführt wurde. Während sich hierzulande Nervosität und Begeisterung die Waage halten, liegen beide Werte leicht unter dem globalen Durchschnitt (53 % bzw. 52 %). Besonders zurückhaltend sind Kanadier, Schweden und Belgier.

Trotz der gespaltenen Stimmung überwiegt für viele Bundesbürger die Zuversicht: Knapp die Hälfte (49 %) ist überzeugt, dass die Vorteile von KI größer sind als ihre Risiken – ein Anstieg von sieben Prozentpunkten gegenüber 2023. Gleichzeitig fordern die Deutschen klare Regeln: Vier von fünf (79 %) bestehen darauf, dass KI-Einsatz in Produkten und Dienstleistungen offengelegt werden muss. Damit liegt Deutschland genau im globalen Durchschnitt – Transparenz ist also eine internationale Kernforderung. „Nach der initialen Euphorie im Hype um KI haben die Erwartungen und Befürchtungen ein realistisches Ausmaß erreicht. Die Angst, der eigene Job ist in Gefahr weicht zunehmend mehr den Möglichkeiten, die im privaten und beruflichen Umfeld damit zusammenhängen. Jetzt ist die Zeit, die neuen Entwicklungen zunehmend produktiv auch in Unternehmen einzusetzen", sagt Dr. Markus Eberl, Chief Analytics Officer und KI-Verantwortlicher bei Ipsos in Deutschland.

Beim Thema Datenschutz zeigt sich die deutsche Bevölkerung besonders vorsichtig: Nur 41 % glauben, dass Unternehmen persönliche Daten zuverlässig schützen. In die Politik setzen die Befragten etwas mehr Vertrauen – knapp die Hälfte (49 %) ist überzeugt, dass die Regierung den Einsatz von KI angemessen regulieren wird. Global betrachtet ist dieser Trend ähnlich, allerdings etwas ausgeprägter (54 % Vertrauen in die Politik vs. 48 % in Unternehmen).

KI verändert das Leben – aber noch nicht für alle

Vier von zehn Deutschen (40 %) geben an, dass KI bereits spürbaren Einfluss auf ihren Alltag hat – sieben Prozentpunkte mehr als im Vorjahr, aber deutlich unter dem weltweiten Durchschnitt von 53 %. Noch größer ist die Erwartung für die Zukunft: 59 % rechnen damit, dass KI ihr Leben in den kommenden Jahren stark verändern wird.
Am Arbeitsplatz ist die Einschätzung zurückhaltender: 43 % erwarten Veränderungen durch KI, nur 19 % befürchten jedoch den Verlust des eigenen Jobs. Für viele (50 %) bleibt der Arbeitsplatz auch mit KI weitgehend unverändert.

Fake News und Jobmarkt: Sorgen über negative Folgen

Besonders kritisch sehen die Deutschen die Rolle von KI im Kampf gegen Desinformation. Nur 48 % trauen ihr zu, Fake News wirksam einzudämmen – der niedrigste Wert weltweit. Fast ebenso viele (46 %) befürchten sogar, dass sich die Lage verschlechtern wird. Auch beim Arbeitsmarkt dominieren Sorgen: 38 % erwarten eine Verschlechterung der Beschäftigungssituation durch KI. In Bezug auf die Wirtschaft halten sich Optimismus und Pessimismus die Waage (jeweils 28 %), während ein Drittel (32 %) keine Veränderung erwartet.

Chancen für Alltag, Unterhaltung und Gesundheit

Neben aller Skepsis sehen die Deutschen auch positive Perspektiven: 40 % erwarten, dass KI alltägliche Aufgaben effizienter macht, 44 % rechnen mit Vorteilen im Unterhaltungsbereich. Immerhin ein Viertel (26 %) der Befragten glaubt zudem an Verbesserungen im Bereich Gesundheit – wenngleich die Mehrheit (50 %) davon ausgeht, dass hier alles beim Alten bleibt.

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