Digitalisierung
Deutschland im EU-Vergleich auf Platz 14
Deutschland verbessert sich im EU-Digitalisierungsvergleich leicht und belegt im neuen Bitkom-DESI-Index Rang 14. Während die digitale Wirtschaft und Infrastruktur solide abschneiden, bleibt die digitale Verwaltung weit zurück. Bitkom fordert von der Bundesregierung einen klaren digitalpolitischen Fahrplan.
Deutschland hat im EU-Digitalisierungsranking etwas aufgeholt und erreicht im aktuellen Bitkom-DESI-Index Platz 14 unter den 27 Mitgliedstaaten. Im Vorjahr lag die Bundesrepublik noch auf Rang 16, in den Jahren zuvor teilweise auf den Plätzen 12 und 13. Besonders gut schneidet Deutschland in der digitalen Wirtschaft und bei der Netzqualität ab, während die digitalen Kompetenzen im europäischen Mittelfeld liegen. Große Defizite zeigt jedoch weiterhin die öffentliche Verwaltung, die nur Rang 21 belegt.
„Unter der Ampelregierung ist Deutschland digital zurückgefallen“, sagt Bitkom-Präsident Dr. Ralf Wintergerst. „Rang 14 ist der Startplatz für Schwarz-Rot. Jedes Jahr zwei Plätze nach vorne und eine Positionierung im vorderen Drittel muss das Minimalziel sein.“ Mit der Schaffung eines Digitalministeriums sei der erste Schritt getan, nun müssten Bürokratie abgebaut, Kompetenzen gestärkt und die Digitalisierung der Verwaltungen massiv beschleunigt werden. Da rund 90 Prozent der Verwaltungsleistungen bei Ländern, Landkreisen und Kommunen liegen, brauche es stärkere Unterstützung durch den Bund und die Bereitschaft der Gebietskörperschaften, diese Angebote anzunehmen.
Die Grundlage des Bitkom-Rankings bilden EU-Daten, die seit 2023 nur noch in Einzelindikatoren veröffentlicht werden. Bitkom hat diese konsolidiert und auf Basis der etablierten Methodik einen Gesamtindex erstellt. Spitzenreiter im Vergleich sind Finnland, Dänemark und die Niederlande, während Rumänien, Griechenland und Bulgarien die letzten Plätze belegen.
Wintergerst fordert von der Bundesregierung nun einen digitalpolitischen Fahrplan mit klaren Zielen und Maßnahmen. Dazu gehörten ein Regulierungsstopp, die Förderung von Investitionen sowie niedrigere Energiekosten für die Digitalwirtschaft. Außerdem müsse die digitale und mediale Bildung von der Schule bis zur Weiterbildung gestärkt werden. Um die Verwaltungsdigitalisierung zu beschleunigen, schlägt Bitkom die Abschaffung der Schriftformerfordernisse per Generalklausel und die Einführung des Once-Only-Prinzips vor. „Digitalisierung gelingt nur als Gemeinschaftsaufgabe“, so Wintergerst. „Es geht nicht um Rankings, sondern um ein digital souveränes, effizientes und resilientes Deutschland.“
Kontakt
10117 Berlin
DEUTSCHAND


bitkom.org


















































































































































