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Maschinendatenanalyse mit Open Source?

Maschinendatenanalyse mit Open Source?

Software auf Open-Source-Basis ist nichts für den professionellen Einsatz im Unternehmen? Die Realität könnte nicht anders sein. Klar, in nahezu jeder Unternehmenssoftware steckt eine Vielzahl frei verfügbarer Open-Source-Bibliotheken.  Doch der Einsatz von Open Source ist längst nicht mehr auf den Software-„Unterbau“ beschränkt. Im IT-Umfeld bereits seit langem bewährt, etabliert sich Open Source nun auch zunehmend im Industrieumfeld und dem IIoT. Wenn es z. B. darum geht, Daten aus Maschinen und Anlagen nicht nur zu beziehen, sondern auch sinnvoll zu verknüpfen, um intelligente Anwendungen für interne Zwecke oder neue digitale Produkte zu entwickeln, gibt es ausgereifte, offene Softwarelösungen, welche Inhouse-Entwicklungskosten deutlich reduzieren. Professionelle, große Softwareprojekte sind in der Open-Source-Welt häufig in Stiftungen verankert. Stiftungen wie die Apache Software Foundation oder die Eclipse Foundation sichern einen einheitlichen Entwicklungsprozess sowie einen professionellen Umgang mit Sicherheitsaspekten und schaffen so eine nachhaltige, stabile Community. Z. B. existiert mit Apache PLC4X eine umfangreiche Bibliothek für die SPS-Datenakquise unterschiedlichster Steuerungshersteller. Mit Apache IoTDB steht eine mächtige Zeitreihendatenbank zur Verfügung und mit Apache StreamPipes sogar eine komplette Plattform inklusive webbasierter Oberfläche für IIoT-Datenmanagement und -analyse.  Viele dieser Anwendungen werden gemeinschaftlich von Unternehmen entwickelt. Wichtig ist: Open Source ist kein Freibier, sondern wie bei klassisch eingekauften Softwarelösungen stellt sich auch hier die Frage, ob man Support und Konfigurationen selber übernimmt oder doch lieber einem Anbieter vertraut. Mit Modellen wie „Open Core“ haben sich zudem Geschäftsmodelle entwickelt, welche zeigen, dass sich mit Open Source auch Geld verdienen lässt. Der Invest, bezahlte Entwickler an öffentlich verfügbaren Plattformen beitragen zu lassen, zahlt sich durch Service- und Supportvereinbarungen sowie lizensierte Produkterweiterungen für „Power-User“ aus. Auf der Pro-Seite steht für Kunden und Anwender ein deutlich reduzierter Lock-In-Effekt an einen proprietären Anwender und das sichere Gefühl, wirklich offene Schnittstellen zu haben, welche eine Integration in Bestandssysteme und zukünftige Architekturen einfach und kostengünstig macht.  Evaluieren Sie also bei Ihrer nächsten Softwarebeschaffung auch Open-Source-Software – denn Offenheit bedeutet Zukunftssicherheit und die gewonnene Flexibilität schafft Freiräume für Ihre nächsten Innovationsschritte.

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