GO>>ing vun Meenz noh Kölle

Ein Fahrrad als Brücke zur Industrie

Ein Fahrrad als Brücke zur Industrie

Warum passt ein Kunststofffahrrad zu einer Technikplattform? Im Interview mit Ulla Winter erklärt Dirk Schaar, warum die igus:bike-Tour Industriekunststoffe erlebbar macht, neue Zielgruppen anspricht und perfekt zur Philosophie von igus und GO>>ing passt – von Nachhaltigkeit bis multimedialem Storytelling.

Zurück zur Bike-Tour: Das Fahrrad ist nicht Teil eurer Berichterstattung bei GO>>ing. Warum passt das trotzdem?

Auch wenn das Fahrrad selbst kein klassisches Thema von GO>>ing ist, passt es inhaltlich sehr gut. Denn im Kern geht es um das, worüber wir seit Jahren berichten: Industriekunststoffe in Bewegung. Schmierfreie Lager, Leitungen oder Energieketten – „Plastics in Motion“ – sind seit Jahrzehnten ein zentrales Thema, das unsere Leserinnen und Leser interessiert und das wir regelmäßig journalistisch begleiten.

Das Kunststofffahrrad stammt aus derselben Kölner Ideenschmiede und nutzt genau diese Technologien – teils aus der Industrie übernommen, teils als Weiterentwicklung. Das macht es so spannend: Industrieanwendungen und Fahrradtechnik befruchten sich gegenseitig. Erfahrungen aus dem industriellen Umfeld fließen ins Bike ein, während Erkenntnisse aus dem Fahrrad wiederum neue Denkansätze für industrielle Anwendungen liefern.

So betrachten wir das Fahrrad nicht als Fremdkörper, sondern als eine besondere Anwendung von bekannten Technologien. Es ist ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich Kunststoffe kombinieren lassen und wo sie eingesetzt werden können – ungewöhnlich, ja, aber gerade deshalb ideal, um technische Innovationen greifbar zu machen.

Welche Zielgruppe möchtest du besonders ansprechen?

In erster Linie möchte ich natürlich meine bestehenden Leserinnen und Leser ansprechen – Menschen, die mir und unseren Medien seit Jahren folgen. Das sind vor allem Maschinenbauer, Konstrukteure und Techniker, die sich im Alltag mit konkreten technischen Herausforderungen beschäftigen und Lösungen entwickeln müssen.

Gleichzeitig richtet sich die Tour bewusst auch an neue Zielgruppen: an Menschen, die bisher vielleicht noch keinen direkten Zugang zu unseren Inhalten hatten. Über Storytelling, neue Formate und einen anderen Zugang zur Technik wollen wir Interesse wecken, Neugier erzeugen und diese Leserinnen und Leser Schritt für Schritt für unsere Themen – insbesondere den Einsatz von Kunststoffen in der Industrie – begeistern.

 

Inwiefern passt dieses Tour-Konzept aus deiner Sicht zur Philosophie von Igus und der digitalen Medienmarke GO>>ing?

Aus meiner Sicht passt das Tour-Konzept perfekt zu beiden – zu Igus genauso wie zur digitalen Medienmarke GO>>ing. Beide ticken ein Stück weit „anders“ und haben den Mut, neue Wege zu gehen. igus erlebe ich seit jeher als offene Ideenschmiede: immer in Bewegung, immer kundennah, immer mit dem Anspruch, das Unmögliche möglich zu machen. Dazu kommt diese kölsche Mentalität, Dinge einfach auszuprobieren und auch mal bewusst anders aufzutreten – ob auf Messen, mit einer World Tour, einer Smart Tour oder eben mit einem Kunststofffahrrad.

Genau so denken wir auch bei GO>>ing. Auch wir verlassen bewusst den klassischen journalistischen Alltag und suchen nach neuen, spielerischen, erlebbaren Formaten, um Technik zu vermitteln. Ob mit ungewöhnlichen Tour-Konzepten oder mit meinen früheren Projekten wie einem Application Park – es ging immer darum, raus aus der trockenen Technologieberichterstattung zu kommen und Themen neu zu erzählen.

Deshalb ist diese Tour für mich die logische Schnittmenge beider Philosophien: neugierig, experimentierfreudig, nah an der Technik – und mit dem klaren Anspruch, Innovation nicht nur zu erklären, sondern erlebbar zu machen.

Welche Rolle spielt das Thema Nachhaltigkeit bei der Bike-Tour?

Nachhaltigkeit spielt bei der Bike-Tour eine zentrale Rolle – auf mehreren Ebenen. Zum einen ganz offensichtlich durch die Art der Fortbewegung: Wir fahren mit reiner Muskelkraft von Mainz nach Köln, ohne Motor, ohne Energieverbrauch außer unserer eigenen. Allein das ist schon ein klares Statement.

Zum anderen steckt Nachhaltigkeit auch im Produkt selbst. Die eingesetzten Materialien sind langlebig, verschleiß- und wartungsfrei. Alle igus:bikes bestehen zu über 50% aus recyceltem Material, das Fahrrad insgesamt sogar zu über 90% aus Kunststoffen mit sehr langer Lebensdauer. Dadurch entfallen Schmierstoffe, Wartungsarbeiten und zusätzliche Hilfsmittel, die sonst Umweltbelastungen verursachen würden.

Von der Konstruktion über den Einsatz bis hin zum gesamten Lebenszyklus ist das Fahrrad damit konsequent nachhaltig gedacht – und genau deshalb passt dieses Thema so gut zur Tour und zu dem, wofür sie steht.

Welche Formate wird es bei der Berichterstattung geben – Text, Video, Social Media, Podcast?

Kurz gesagt: fast alle Formate. Die Berichterstattung zur Bike-Tour ist bewusst multimedial angelegt. Im Zentrum stehen natürlich Texte – etwa in Form eines Blogs, in dem wir die Tour begleiten und einordnen. Dazu kommen Videos direkt von der Strecke, mit täglichen Eindrücken und Stories aus dem Touralltag, ergänzt durch vorbereitende Inhalte im Vorfeld.

Social Media begleitet die Tour durchgehend und sorgt dafür, dass die Geschichte in Echtzeit auf möglichst vielen Kanälen erzählt wird. Und auch Audio ist fest eingeplant: Mit unserem neuen Podcast „GO>>ing 2Talk“ bietet sich an, die Tour, die Erlebnisse und die technischen Hintergründe auch im Gesprächsformat aufzugreifen. Leserinnen und Leser dürfen sich also auf eine sehr vielseitige Berichterstattung freuen.

Welche Themen oder Geschichten könnten unterwegs entstehen, die man vom Schreibtisch aus nicht findet?

Unterwegs entstehen vor allem die Geschichten, die man nicht planen kann – und die man vom Schreibtisch aus schlicht nicht findet. Das habe ich schon bei früheren Touren erlebt: spontane Stopps, ungeplante Begegnungen, besondere Orte, die plötzlich Teil der Story werden. Genau daraus entstehen starke Bilder, Videos und Erzählungen.

Auf der Bike-Tour wird das ähnlich sein. Natürlich stehen bekannte Stationen auf der Route – vom Mittelrheintal mit seinen Burgen über die Loreley, Koblenz mit dem Deutschen Eck, Bonn bis hin zu den Domen in Mainz und Köln. Aber spannend wird vor allem das, was dazwischen passiert. Dazu gehören Kundenbesuche, etwa bei Unternehmen, die Kunststoffe im Einsatz haben oder bei einem Hersteller von Lastenfahrrädern, wo sich Industrie und Fahrradtechnik ideal verbinden. Auch ein Blick ins igus-Werk in Köln gehört dazu.

Das Entscheidende ist die Bewegung selbst: unterwegs sein, reagieren können, spontan erzählen. Genau so entstehen Geschichten, Bilder und Eindrücke, die man nicht recherchieren, sondern nur erleben kann – und die am Ende den besonderen Reiz dieser Tour ausmachen.

Du fährst die Strecke nicht alleine, sondern mit deinem Kollegen Michael Kleine. Welche Rolle spielt er – eher Sparringspartner, Mitfahrer oder kritischer Gegenpol?

Michael ist für mich weit mehr als nur ein Mitfahrer. Er ist Sparringspartner, kritischer Gegenpol und enger Wegbegleiter in einem. Als Chefredakteur von GO>>ing gestalten wir die Marke gemeinsam – journalistisch auf Augenhöhe, aber mit unterschiedlichen Stärken. Er kommt stärker aus dem klassischen Schreiben, ich eher aus Video, Social Media und Bewegtbild. Genau das macht die Kombination so spannend.

Wir kennen uns seit fast zwei Jahrzehnten, arbeiten seit vielen Jahren zusammen und sind längst auch befreundet. Auf der Tour werden wir uns gegenseitig herausfordern, voneinander lernen und unterschiedliche Perspektiven einbringen. Diese Mischung aus Vertrauen, Reibung und Ergänzung macht uns als Team aus – und genau das wollen wir auch in der Berichterstattung für unsere Leserinnen und Leser erlebbar machen.

Den vierten Teil des Interviews gibt es in Kürze hier...

zum Teil 1

zum Teil 2

In den Teilern 8a
55129 Mainz
DEUTSCHLAND
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