GO>>ing vun Meenz noh Kölle

Weltreise-Bike kehrt zurück und erstes igus E-Bike feiert Premiere

Weltreise-Bike kehrt zurück und erstes igus E-Bike feiert Premiere

Die Tour GO>>ing vun Meenz noh Kölle geht weiter. Auf der Eurobike 2026 in Frankfurt machte Chefredakteur Dirk Schaar heute Station am Stand von igus – und dort gab es gleich zwei spannende Geschichten zu erzählen: Zum einen ist das Fahrrad der igus World Tour nach einer beeindruckenden Reise von rund 6.000 Kilometern wieder zurück in Deutschland. Zum anderen präsentierte das Kölner Unternehmen erstmals die elektrische Version seines innovativen Kunststofffahrrads – ein E-Bike, das Ende 2026 in Serie gehen soll.

Die Rückkehr des Weltreise-Bikes markiert einen besonderen Meilenstein. Über eineinhalb Jahre hinweg war das orangefarbene Kunststofffahrrad in insgesamt 25 Ländern unterwegs und stellte seine Alltagstauglichkeit unter unterschiedlichsten klimatischen Bedingungen unter Beweis. Ob Regen, Hitze oder lange Strecken – das Fahrrad zeigte eindrucksvoll, wie robust die von igus entwickelte Kunststofftechnologie inzwischen geworden ist.

Diese Erfahrungen flossen direkt in die Entwicklung des neuen E-Bikes ein, das auf der Eurobike erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde. Mit dem neuen Modell reagiert igus auf die stetig steigende Nachfrage nach nachhaltiger und zugleich wartungsarmer Mobilität im urbanen Raum.

Aus Meeresplastik wird ein E-Bike

Besonders bemerkenswert ist die Materialbasis des neuen Fahrrads. Wie bereits das bekannte igus besteht auch die elektrische Variante zu 50 Prozent aus recycelten Fischernetzen. Damit verbindet das Unternehmen Umwelt- und Ressourcenschutz mit moderner Mobilität.

„Wir sind überzeugt davon, ein E-Bike auf den Markt zu bringen, das nicht nur besonders langlebig ist, sondern konsequent im Kreislauf gedacht wird. Mit der elektrischen Variante unseres igus geben wir eine klare Antwort auf die steigende Nachfrage“, erklärt Jens Boldt, Leiter des Geschäftsbereichs igus.

Hinter dem Konzept steckt eine konkrete Umweltidee. Nach Angaben der Umweltschutzorganisation WWF besteht rund ein Drittel des Plastikmülls in den Weltmeeren aus Fischereigeräten wie Netzen und Tauen. Gemeinsam mit einem belgischen Partner sammelt igus deshalb ausgediente Fischernetze aus Küstengewässern ein. Nach Reinigung und Aufbereitung werden diese zu einem Kunststoffpulver verarbeitet, das anschließend für die Produktion der Fahrradrahmen genutzt wird.

Die Materialwissenschaftler des Unternehmens konnten erreichen, dass mittlerweile die Hälfte des für den Rahmen benötigten Kunststoffs aus diesem Recyclingmaterial besteht. Gleichzeitig wurde das Fertigungsverfahren weiterentwickelt, sodass die Rahmen heute steifer, leichter und deutlich schlanker konstruiert werden können als noch bei den ersten Generationen des igus.

Für den Alltag in der Stadt entwickelt

Das neue E-Bike richtet sich vor allem an Pendlerinnen und Pendler sowie Menschen, die im urbanen Raum unterwegs sind. Das Singlespeed-Fahrrad bringt rund 20 Kilogramm auf die Waage und wird von einem Hinterradmotor mit 60 Newtonmetern Drehmoment angetrieben. Die Kraftübertragung erfolgt über einen wartungsarmen Zahnriemen aus Carbonfasern und Kunststoff.

Mit einer Akkuladung sollen Reichweiten von bis zu 120 Kilometern möglich sein. Damit eignet sich das Rad nicht nur für tägliche Fahrten in der Stadt, sondern auch für längere Touren am Wochenende.

Optisch fällt vor allem die neue Rahmenkonstruktion ins Auge. Die markanten Sitz- und Kettenstreben auf beiden Seiten verleihen dem orange-schwarzen Fahrrad ein modernes und eigenständiges Design. Neben dem Rahmen bestehen auch Laufräder, Lenker und Sattelstütze aus Kunststoff. Metall kommt lediglich dort zum Einsatz, wo es derzeit technisch unverzichtbar ist – beispielsweise bei Bremsscheiben, Bremszügen oder der Federgabel.

Die Serienproduktion soll im dritten Quartal 2026 anlaufen. Der geplante Verkaufspreis liegt bei rund 2.500 Euro. Zusätzlich arbeitet igus an einer nicht elektrifizierten Variante mit Acht-Gang-Nabenschaltung.

Nahezu wartungsfrei dank Kunststofftechnik

Ein weiterer Vorteil des Konzepts ist die hohe Korrosionsbeständigkeit. Gerade im Stadtverkehr stehen Fahrräder häufig über Stunden im Regen oder werden ganzjährig im Freien abgestellt. Rostende Ketten, Speichen oder Sattelstützen verursachen dabei oftmals Wartungsaufwand und zusätzliche Kosten.

Genau hier setzt das igus-Konzept an. Das Fahrrad kann über lange Zeit Witterungseinflüssen ausgesetzt werden, ohne dass typische Korrosionsschäden auftreten. Hinzu kommen schmierfreie Gleitlager aus Hochleistungskunststoffen, die an zahlreichen Stellen des Fahrrads eingesetzt werden. Durch integrierte Festschmierstoffe arbeiten diese dauerhaft ohne Öl oder Fett und reduzieren den Wartungsbedarf erheblich.

Weltreise als Härtetest

Für Jens Boldt und sein Team ist die Rückkehr des World-Tour-Bikes deshalb mehr als nur ein symbolischer Moment. Die rund 6.000 Kilometer lange Reise durch 25 Länder lieferte wertvolle Daten und Erfahrungen aus dem echten Alltagseinsatz.

„Die Tour hat uns wertvolle Erkenntnisse geliefert. Viele Komponenten haben ihre Robustheit bereits unter realen Bedingungen im Alltag bewiesen. Diese Erfahrungen sind direkt in die Entwicklung des E-Bikes eingeflossen“, betont Boldt.

So schließt sich auf der Eurobike in Frankfurt gewissermaßen ein Kreis: Während das Weltreise-Bike nach seinem erfolgreichen Härtetest wieder deutschen Boden erreicht, beginnt gleichzeitig das nächste Kapitel der Entwicklung. Mit dem ersten E-Bike aus recycelten Fischernetzen will igus zeigen, dass nachhaltige Mobilität, innovative Werkstoffe und Alltagstauglichkeit kein Widerspruch sein müssen.

Für die Tour GO>>ing vun Meenz noh Kölle war der Besuch am igus-Stand damit nicht nur ein Wiedersehen mit einem alten Bekannten, sondern auch ein Blick in die Zukunft des Fahrradfahrens.

Spicher Str. 1a
51147 Köln
DEUTSCHLAND
igus in Social Media:
Teilen