GO>>ing vun Meenz noh Kölle
„Wie eine Lokomotive durchs Rheintal“
Im zweiten Teil des Interviews spricht Michael Kleine über Vorfreude, Soundtrack und große Ziele. Zwischen Burgenblick, Fanunterstützung und einer Prise Humor wird klar: Diese Tour soll nicht nur geschafft, sondern legendär werden.
Worauf freust du dich unterwegs am meisten?
Sehr schön ist schon mal die Streckenführung, da hat der Meister ganze Arbeit geleistet. Voller Metaphern, Querbezüge und Regionalkolorit in der Konzeption, voller 1A-Premium-Gegend die ganze Zeit. Sehenswürdigkeiten im Minutentakt. Das Terrain: Deutschlands Sahnestückchen. Das wird mich/uns sicher immens motivieren. Und für den Micki als Burgenfan wird ja einiges geboten, das schiebt an. Außerdem Frau Loreley, die fährt sicher total auf uns ab…
Ich bin mit meinen Jungs beziehungsweise meiner Frau schon einmal die komplette Strecke abgewandert, auf dem Rhein-Burgen-Weg oder dem Rheinsteig. Jetzt darf ich das Ganze mit dem Fahrrad wiederholen, obwohl diesmal mit null Höhenmetern statt einigen Tausend… Ein schönes Gefühl.
Und dann die Menschen am Rande. Wie viele haben bereits angekündigt, uns anzufeuern. Jeder, der auch nur in der Nähe des Rheins wohnt, will und wird uns unterstützen. Dazu gehören Kollegen aus der Branche, persönliche Freunde und natürlich die Leute von Igus. Deren Fotograf Janick ist ja sogar die ganze Zeit dabei und fährt den Servicewagen. Professionell wie bei der Tour de France. Angekündigt hat sich ja auch ein Teil der Igus Bel Etage, die uns vielleicht sogar bis in die Kölner City begleiten. Anja Görtz-Ölscher und Selina Pappers sind sowieso schon ganz aufgeregt, dabei zu sein. Gespannt bin ich auf die Kundenbesuche, das wird sicher auch besondere Begegnungen mit sich bringen und darüber hinaus neuen Stoff für unsere Magazine und Portale.
Wenn diese Reise einen Soundtrack hätte, welcher Song wäre es?
In dem Moment, in der ich diese Frage gelesen habe, ist mir ganz spontan „Locomotive Breath“ von Jethro Tull eingefallen. Das ist zwar überhaupt kein Fahrradsong und hat auch nichts mit uns, Igus oder dem Projekt zu tun, aber der alte Klassiker verkörpert für mich Dynamik und Vorwärtsstreben. Dinge, die wir sicher auf der Tour gut gebrauchen können. Damit wir wie eine Lokomotive durchs Rheintal rasen – immer unter Dampf. Da ich schon seit Jugend an großer Fan der Band bin und ich die gesamte Diskographie mein Eigen nenne, passt das bestens. On the shuffeling madness… (lacht)
Sehr nahe liegt natürlich auch „Bicycle Race“ von Queen, aber da wir ja keine „fat bottomed girls“ sind, wäre das nur Nummer zwei meiner Rangliste, obwohl das Gleiche für Queen gilt wie für Jethro Tull. Aber der Refrain „I want to ride my bicycle, I want to ride it where I like“ passt wieder wie die Faust aufs Auge. Denn wir liken ja in jedem Fall den Weg am Fluss.
Generell bin ich ja ein Proggie, aber diese Art von Musik mit Takten von 7/8 oder 15/16 würde uns sehr schnell aus dem Tritt bringen, symphonische Instrumentalpassagen oder hymnischer Gesang hingegen würden mich sicher antreiben. Aber am Ende werden es doch wohl die alten Karnevalsschlager…
Welche Geschichte möchtest du nach dieser Tour unbedingt erzählen können?
Legenden werden sich um uns ranken. Das ist doch das erklärte Ziel. (grinst) Etwas getan und geschafft zu haben, was nicht alltäglich ist. Etwas mit einem sehr guten Freund und Kollegen wie Dirk und einem langjährigen Partner wie Igus umgesetzt und die Beziehung noch weiter gestärkt zu haben. Gezeigt zu haben, dass das Modell Rcyl leistungsfähig ist und technisch auf der Höhe der Zeit - ein neues Vorzeigeprodukt der Motion-Plastics-Spezialisten. Denn wenn es zwei Schwergewichte über 200 km geschleppt hat, dann steht ihm sicher eine große Zukunft bevor. Dazu tragen wir gerne bei.
Wie wirst du den Moment erleben, wenn du am Kölner Dom ankommst?
Wenn ich dann noch lebendig bin, hoffentlich mit drei schnellen Kölsch am Stück. Und dann werde ich mein Fahrrad dem ehrwürdigen Gotteshaus vorstellen, unserem hehren Ziel: Dom – Fahrrad, Fahrrad – Dom… (lacht) Bis dahin wird mein „Kunststoffesel“ aber sicherlich auch einen Namen tragen, wenn ich ihn gut genug kennengelernt habe.
Sicherlich scharen sich Menschenmassen um uns auf der Domplatte, die neugierig erfahren möchten, was es mit den quietschorangen Wunderwerken auf sich hat. Denen wir schon was zu erzählen haben…
Möge die Abschlussparty wild und endlos sein… (lacht)
Dies ist der zweite und letzte Teil des Interviews mit Michael Kleine.
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