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Wie „iglidur on tour“ zum Vorbild wurde

Die Erfahrungen der „iglidur on tour“ prägen Dirk Schaar bis heute. Im Interview mit Ulla Winter erinnert sich der Chefredakteur an Technik-Abenteuer, Teamgeist und neue Formen des Storytellings – und wie eine Reise seine Sicht auf journalistische Reportagen nachhaltig verändert hat.

Du bist im Jahr 2015 bei der "iglidur on Tour" bereits als Journalist mitgefahren. Wie war dein damaliges Erlebnis mit dem umgebauten Smart? Und was hat dich damals so sehr an diesem Tour-Konzept fasziniert?

Mein erstes Erlebnis mit iglidur on tour liegt schon einige Jahre zurück: 2014 war ich bei der Pressekonferenz zum Start der Tour dabei – und sofort angefixt. Die Idee, mit einem umgebauten Smart um die Welt zu fahren und darin konsequent klassische Bauteile durch Kunststoffkomponenten zu ersetzen, war journalistisch wie technisch extrem spannend.

Mich hat diese Mischung fasziniert: Auf der einen Seite ein klarer technologischer Ansatz, auf der anderen das Reise- und Entdeckerprinzip. Der damalige Fahrer Sascha Laufenberg war weltweit unterwegs – bis nach Indien, China und Brasilien– und verband Technik mit einer Art „Work & Travel“. Genau das hat mich gepackt: Länder kennenlernen, Menschen treffen, Kunden besuchen, Technik erklären und Geschichten direkt vor Ort erzählen. Dieses Zusammenspiel aus Innovation, persönlicher Erfahrung und authentischem Storytelling hat mich von Anfang an begeistert und macht für mich bis heute den Reiz dieses Tour-Konzepts aus.

Erinnerst du dich noch an den Moment auf der Pressekonferenz, an dem du dachtest: „Da würde ich am liebsten selbst mitfahren“?

Ja, an diesen Moment erinnere ich mich sehr genau. Auf der Pressekonferenz saß mein Kollege Michael Kleine neben mir – der auch bei der Bike-Tour von Mainz nach Köln mitfährt – und ich habe ihm spontan gesagt: „Da würde ich am liebsten selbst mitfahren. Am besten direkt einsteigen und mit nach Indien fliegen.“

Natürlich war das so nicht möglich. Aber Michael meinte nur: „Frag doch einfach mal.“ Genau das habe ich noch am selben Tag getan und den damaligen Pressesprecher Oliver Cyrus angesprochen. Die Reaktion war überraschend offen und begeistert: „Das machen wir möglich – such dir ein Land oder einen Zeitraum aus.“ Da der Januar bei mir terminlich gut passte, fiel die Wahl darauf. Wenig später ging es nach Schweden, von dort weiter bis nach Dänemark. Diese Tour war ein riesiges Erlebnis – und genau der Moment, in dem aus einem spontanen Gedanken Realität wurde.

Wie hast du die Reise durch Schweden und Dänemark erlebt – eher als Beobachter oder als Teil des Teams? Und gab es Erlebnisse, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind?

Ich habe die Reise durch Schweden und Dänemark vor allem als Teil des dreiköpfigen Teams, das durch Europa gefahren ist, erlebt und nicht nur als außenstehender Beobachter. Von Anfang an war mir wichtig, wirklich dabei zu sein, mitzuerleben, wie das Team arbeitet: wie Videos gedreht werden, wie Storytelling entsteht, wie Kunden besucht und beraten werden. Ich wollte nicht nur dokumentieren, sondern aktiv mitgestalten und alles erleben, was die anderen auch erlebt haben – und das ist sehr gut angekommen.

Besonders im Gedächtnis geblieben sind mir einige Erlebnisse: Zum einen der Besuch der schwedischen Nobelkarossen-Manufaktur Koenigsegg. Dort bauen sie an sechs Arbeitsplätzen Autos im Millionenwert, und wir konnten den Geschäftsführer Christian von Koenigseck persönlich kennenlernen. Faszinierend war zu sehen, wie selbst ein „kleines“ Kunststoffteil in einem so exklusiven Auto nachhaltige Wirkung zeigt – keine Schmierung mehr, keine beschädigten Lagerstellen – und wie begeistert das gesamte Team von dieser Innovation war.

Ein weiteres unvergessliches Erlebnis war bei Volvo in Göteborg: Unser Smart blieb im Aufzug stecken, wir mussten mehrere Stunden warten, bis wir ihn aus der Halle bekamen, und fuhren danach mitten durch die Nacht zum Hotel.

Am meisten beeindruckt hat mich jedoch das Teamgefühl: gemeinsam mit den drei Jungs und Oliver die Tour zu erleben, Herausforderungen zu meistern und dabei zu sehen, wie man als Team zusammenwächst und wirklich etwas bewegen kann. Das war das eigentliche Highlight der Reise.

Inwiefern hat diese Erfahrung deine Sicht auf journalistische Reportagen verändert?

Diese Erfahrung hat meine Sicht auf journalistische Reportagen grundlegend verändert. Als klassischer Printjournalist war ich vorher eher konservativ geprägt: Artikel, Fachberichte, klar strukturierte Texte – das war meine Welt. Die Tour hat mir gezeigt, dass man Geschichten auch anders erzählen kann: multimedial, direkt erlebbar, mit Video, Social Media und persönlichen Eindrücken.

Seitdem möchte ich Leserinnen und Lesern möglichst Stories vermitteln, die Technik spannend machen. Technologie ist nicht trocken – entscheidend sind die Geschichten drumherum: wie sie eingesetzt wird, welche Prozesse sie verbessert, welchen Einfluss sie auf Menschen und Arbeitsabläufe hat. Diese Erfahrung hat mir gezeigt, dass gutes journalistisches Storytelling auch komplexe Technik greifbar und lebendig machen kann – und dass genau das den Blick auf Reportagen völlig verändert.

Den dritten Teil des Interviews gibt es in Kürze hier...

zum Teil 1

In den Teilern 8a
55129 Mainz
DEUTSCHLAND
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