Transportation
Räume neu denken
Automatisierung soll intralogistische Prozesse leistungsfähiger und effizienter machen. Darum heißt es, an die Decke zu schauen und den Boden zu verlassen. CeiliX hat da einige spannende Lösungen parat.
In der Intralogistik bringt Automatisierung klare Vorteile, vor allem beim Transport, der Lagerung und der Bereitstellung von Material. Studien zeigen, dass insbesondere der innerbetriebliche Transport und die Lagertechnik große Effizienzpotenziale bieten. Automatisierte Abläufe verkürzen Wege, stabilisieren Prozesse und verbessern die Planbarkeit.
Gleichzeitig wird deutlich, dass diese Effekte an natürliche Grenzen stoßen. Je mehr autonome Systeme auf derselben Fläche eingesetzt werden, desto höher wird der Abstimmungsaufwand. Fahrwege verdichten sich, Sicherheitszonen nehmen zu und Übergabestellen werden enger. Automatisierung wird somit leistungsfähiger, aber auch anfälliger. Zu viele Prozesse laufen auf engem Raum zusammen.
Nicht eindimensional
Aktuelle Trendanalysen bestätigen diese Entwicklung. So zeigt der „Warehouse-Trendbericht 2025” von Exotec, dass Automatisierungslösungen künftig vor allem flexibel, modular und gut erweiterbar sein müssen. Gleichzeitig wird deutlich, dass klassische Hallenlayouts an ihre Grenzen stoßen, wenn immer mehr autonome Systeme auf derselben Fläche eingesetzt werden. Somit ist Automatisierung weniger eine Frage zusätzlicher Technik als eine Frage der richtigen Raumaufteilung.
Dies verweist auf ein grundlegendes Problem: Intralogistik wird oft noch eindimensional gedacht. Prozesse werden fast ausschließlich auf dem Hallenboden organisiert, obwohl moderne Produktions- und Logistikhallen viel mehr Raum bieten. Sie sind hoch, tragfähig und flexibel nutzbar.
Automatisierung jenseits des Bodens
Genau diesen bislang unerschlossenen Bereich macht CeiliX operativ nutzbar. Das Hightech-Unternehmen aus Euskirchen nutzt einen Bereich, der in vielen Produktions- und Logistikhallen bisher kaum eine Rolle spielte: den Raum unter der Hallendecke.
Die technische Basis bildet das modulare Deckennetz CeiliXElements, das sich an unterschiedliche Hallenstrukturen anpassen lässt und unter der Decke installiert wird. Auf diesem Netz können sich mobile Einheiten unabhängig vom Bodenverkehr bewegen. Maschinen, Säulen oder Verkehrswege stellen dabei keine Hindernisse mehr dar.
Aufbauend darauf kommt der deckengeführte Cobot SkyBot zum Einsatz. Er kann verschiedene Stationen anfahren und unterschiedliche Aufgaben übernehmen, beispielsweise den Transport von Material oder das Handling von Bauteilen. Technisch basiert das System auf der Plattform SkyRunner, die je nach Anwendung mit unterschiedlichen Werkzeugen ausgestattet wird. Die jeweilige Funktion ergibt sich somit aus dem eingesetzten Werkzeug und nicht aus einer starren Systemlogik. So lässt sich die Automatisierung schrittweise ausbauen, während die bestehenden Abläufe unverändert bleiben.
Konkrete Verbesserungen
Der Nutzen zeigt sich vor allem dort, wo klassische Automatisierung an räumliche Grenzen stößt. Überkopfgeführte Bewegungen entlasten den Hallenboden, reduzieren Kreuzungen und schaffen freie Wege in den Arbeitsbereichen. Prozesse werden übersichtlicher, Abläufe stabiler und besser planbar.
Das ist besonders hilfreich in Bereichen mit hoher Flächenauslastung oder speziellen Anforderungen, beispielsweise in der CNC-Fertigung, im Spritzguss oder in sensiblen Produktionsumgebungen. Dort ist zusätzliche bodengebundene Automatisierung oft nur schwer integrierbar. Durch die Nutzung der Deckenebene ergeben sich neue Möglichkeiten, ohne dass Maschinenaufstellungen oder die Verkehrsführung verändert werden müssen.
Auch organisatorisch ergeben sich Vorteile. Wiederkehrende Transport- und Handling-Aufgaben können aus dem direkten Arbeitsumfeld herausgenommen werden. Das entlastet Mitarbeitende, reduziert die Abhängigkeit von knappen Personalressourcen und stabilisiert den Betrieb. Gleichzeitig entsteht ein Sicherheitsgewinn, da sich überkopfgeführte Systeme außerhalb des unmittelbaren Arbeitsbereichs bewegen und mögliche Konflikte zwischen Mensch und Maschine verringern.
Für Mathias Entenmann, CEO und Mitgründer von CeiliX, ist dieser Ansatz eine logische Konsequenz: „Automatisierung stößt heute weniger an technologische als an räumliche Grenzen. Wenn wir weiter skalieren wollen, müssen wir den vorhandenen Raum besser nutzen. Die Decke bietet dafür ideale Voraussetzungen, denn sie schafft Abstand, Übersicht und neue Spielräume für Automatisierung.“
Mehr Raum für Automatisierung
Mit zunehmender Automatisierung wächst der Bedarf an skalierbaren Lösungen, die bestehende Abläufe nicht blockieren oder neue Engpässe erzeugen. Dabei wird entscheidend sein, wie Bewegung und Prozesse künftig organisiert werden, und zwar nicht nur auf einer Ebene, sondern im Zusammenspiel verschiedener Ebenen.
CeiliX betrachtet diesen Ansatz als den nächsten logischen Schritt in der Entwicklung der Intralogistik. Die Produktion und das Lager der Zukunft werden Automatisierung ganzheitlicher planen und zusätzliche Bewegungsebenen gezielt einbeziehen. Wer langfristig skalieren will, darf Automatisierung im gesamten Raum denken.
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