Laser-Vibrometrie
Dynamische Charakterisierung kleiner und feinster Bauteile
Die Laser-Doppler-Vibrometrie ermöglicht berührungslose, hochpräzise Messungen von Schwingungen und Bewegungen selbst kleinster Bauteile. Polytec nutzt diese Technologie, um Mikro- und Mesostrukturen zuverlässig zu analysieren, Entwicklungszeiten zu verkürzen und Produkte präzise zu validieren.
Laser-Doppler-Vibrometrie (LDV) ist eine hochpräzise Methode zur Messung von Schwingungen und mechanischen Bewegungen – und ein Paradebeispiel für die Entwicklung moderner berührungsloser Messtechniken. Grundlage dieses laserbasierten Verfahrens ist die Interaktion eines Laserstrahls mit der sich bewegenden Oberfläche des Prüfobjekts. Selbst pikometerkleine Bewegungen führen zu einer minimalen Frequenzverschiebung des reflektierten Lichts, dem sogenannten Doppler-Effekt. Dieser Effekt wird von optischen Sensoren detektiert und elektronisch als Schwingungs- oder Bewegungsverlauf aufgezeichnet. Die kontaktlose Messung ermöglicht es, mechanische Einflüsse des Sensors auf das Objekt komplett zu vermeiden. Insbesondere bei empfindlichen, kleinen und filigranen Strukturen wie MEMS-Bauteilen, Sensoren oder medizinischen Komponenten ist dies ein eindeutiger Vorteil: Die geprüften Bauteile bleiben mechanisch unbeeinflusst. Testingenieure erhalten dadurch ein unverfälschtes Bild der tatsächlichen Objektbewegungen, während die Gefahr von Messfehlern durch Massenbeladung oder unerwünschte Dämpfung ausgeschlossen ist.
Herausforderung Mesostrukturen
Die Polytec GmbH aus Waldbronn hat sich diesem Prinzip verschrieben und setzt seit Jahren Maßstäbe in der Entwicklung und Anwendung der Laser-Vibrometrie, speziell für die Charakterisierung von Mikro- und Mesostrukturen. Meso-Bauteile, etwa im Millimeterbereich, stellen in der Praxis aufgrund ihrer geringen Größe eine besondere Herausforderung dar. Sie begegnen einem in zahlreichen Hightech-Anwendungen: Von Kameramodulen in Smartphones über Sensoren auf bestückten Leiterplatten bis hin zu mikrochirurgischen Instrumenten – überall gilt es, die Funktionalität und Zuverlässigkeit im realen Betrieb sicherzustellen.
Optik an die Anwendung adaptieren
Ein zentraler Aspekt ist die speziell entwickelte optische Geräteausstattung, mit der Polytec die Messtechnik auf unterschiedlichste Strukturen ausrichtet. Standardmäßig kommen flächenhaft arbeitende Laser-Vibrometer wie das VibroScan QTec zum Einsatz, die durch Zusatzoptiken – z.B. die Close-up Unit und Mikroskopadapter – noch vielseitiger werden. So lassen sich Messbereiche flexibel vom Zentimeter- bis tief in den Mikrometerbereich skalieren, wobei parallaxenfreie Messungen und starke Vergrößerungen erzielt werden. Besonders hervorzuheben sind die Mikroskopadapter, mit denen Laser-Spotgrößen von bis unter zwei Mikrometer und eine Bildauflösung auf höchstem Niveau erreicht werden. Die numerische Apertur ist dabei ein wichtiger Stellhebel: Niedrige Werte sorgen für maximale Schärfentiefe bei unebenen Flächen, hohe Werte gewährleisten optimale Unterscheidung beispielsweise von einzelnen Schichten komplexer Proben.
In der Bedienung setzt Polytec auf intelligente Software-Unterstützung. Technologien wie das „High Contrast Laser Display“ schaffen einen virtuellen Laserspot und umgehen selbst bei stark reflektierenden Oberflächen die typischen Blendeffekte. Besonders bei der Analyse kleiner Strukturen und bei hoher Vergrößerung sorgt die Software dafür, dass Messpunkte präzise definiert und analysiert werden können. Variable Laserleistung – je nach Optik und Lasertyp – erlaubt zudem die komfortable Anpassung an verschiedene Materialeigenschaften und Messsituationen.
Validierung sichert kurze Entwicklungszyklen
Dabei überzeugt die Laser-Vibrometrie nicht nur aus technologischer Sicht, sondern auch in wirtschaftlicher Hinsicht. Die berührungslose Messmethode beschleunigt Entwicklungs- und Testphasen, da die erhaltenen Daten direkt und unverfälscht in Simulationsmodelle und Validierungsstrategien einfließen. Gerade für die Optimierung von Bauteilfunktionen, Qualitätssicherung und die Identifikation von Schwachstellen im Entwicklungszyklus ist diese Messtechnik ein entscheidender Faktor. Die hohe räumliche Auflösung, gepaart mit Bandbreiten bis zu 32 MHz, prädestiniert die Systeme von Polytec zudem für ultraschallbasierte Anwendungen und die Testung von hochfrequenten mechanischen Moden.
Erwünscht von unerwünschten Schwingungen trennen
Die Breite der Anwendungen ist bemerkenswert. Akustische Optimierungen an Smartphones und anderen Konsumgeräten etwa profitieren davon, dass Schallabstrahlung und Übersprechen zwischen einzelnen Komponenten schnell bewertet werden können – ein entscheidender Vorteil bei der Entwicklung von Mobiltelefonen, aber auch Hörgeräten mit hohem Integrationsgrad. Aber auch Bildstabilisierung und die Funktionskontrolle von Kameramodulen gewinnen durch die genaue Bestimmung von Auslenkungen und Resonanzfrequenzen. In der Elektronikfertigung nutzt man die Technologie für die Lokalisierung und Analyse von Geräuschquellen – das Phänomen des „Singing Capacitor“, bei dem Kondensatoren hörbare Schwingungen verursachen, kann damit gezielt aufgespürt werden. In der Mikrofluidik schließlich sorgt die berührungslose Messtechnik für eine deutliche Verkürzung von Entwicklungszeiten neuer Lab-on-Chip-Systeme, weil Oberflächenwellen oder Tropfenbewegungen direkt und hochauflösend aufgezeichnet werden.
Polytec aus Waldbronn zeigt mit seinen Messtechniklösungen und auch seinen Messdienstleistungen, wie die systematische Anwendung der Laser-Doppler-Vibrometrie die Entwicklung komplexer Produkte beschleunigt und deren Eigenschaften verlässlich dokumentiert. Der Hersteller vereint damit Hightech-Optik, fortschrittliche Software und praxisorientiertes Engineering zu einem Portfolio, das in der industriellen Qualitätskontrolle und Entwicklung von Mikro- und Mesostrukturen europaweit Maßstäbe setzt. Mit einer einzigen, universellen Messplattform können unterschiedlichste Aufgaben – von der Modellvalidierung bis zur Fertigungsprüfung – an den jeweils spezifischen Strukturen durchgeführt werden. Das Ergebnis sind Produkte mit erhöhter Funktionssicherheit und ein effizienter Entwicklungsprozess, der Fehlerquellen rasch identifiziert und verbesserte Lösungen schneller auf den Markt bringt.






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