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Dynamik und Intelligenz

Dynamik und Intelligenz

Das dynamische Klein-AGV Rack Stacker BLS4060 von Melkus Mechatronic soll für maximale Flexibilität in der Produktion sorgen. Auch für die passende Software hat das Unternehmen eine Lösung.  

Das dynamische Klein-AGV Melkus Rack Stacker BLS4060 ist speziell auf die hohen Anforderungen der Elektronikfertigung oder Feinmechanik zugeschnitten und optimiert für den Transport von Leiterplattenmagazinen und klassischen Euroboxen. Durch seine äußerst kompakte Bauweise wird es in Produktionsumgebungen mit geringem Platzbedarf eingesetzt und unterstützt effizient den Produktionsprozess.  

Komplexer Materialfluss 

Die Elektronikfertigung ist komplex. Bis ein einbaufertiges Modul fertiggestellt ist, muss es zahlreiche Stationen und Prozesse durchlaufen, manche davon mehrmals. Unbestückte Leiterplatten und die darauf zu verbauenden Komponenten werden an manuellen Arbeitsplätzen und Automaten – oft beides hintereinander – bestückt und anschließend in eigenen Stationen verlötet sowie abschließend getestet und verpackt. Dabei muss das entstehende Produkt nicht nur zu zahlreichen Stationen, sondern dazwischen oftmals auch zu Pufferlagern und schlussendlich ins Lager gebracht werden. Ähnlich komplex gestaltet sich auch die Produktion von feinmechanischen Baugruppen und Geräten. 

Die Materialver- und -entsorgung der einzelnen Stationen in der Elektronikfertigung muss unter sehr beschränkten Platzverhältnissen präzise ablaufen. Sie widersetzte sich bisher häufig der Automatisierung und bindet dadurch wertvolles Personal. 

Lückenlose Automatisierung 

Der Melkus Rack Stacker BLS4060 eignet sich für den Transport und das Handling sowohl von speziellen Leiterplattenmagazinen als auch von klassische Euroboxen bis zum Format 400 x 600 mm und schließt die Automatisierungslücke zwischen Bauteile- und Fertigproduktelager, Bestückungsarbeitsplätzen, SMT-Automaten und Lötstationen. 

Das innovative Liftsystem des Melkus Rack Stackers wurde speziell für Transporte und Übergabesituationen in der Elektronikfertigung oder Feinmechanikproduktion entwickelt. Es ermöglicht die flexible Übergabe von Transportgütern an Übergabestationen auf unterschiedlichen Höhen von 320 mm bis 1800 mm. Dennoch passt das innovative AGV mit einer Gesamthöhe von 1950 mm durch jede Standard-Tür. Die präzise und effiziente Übergabe erfolgt beidseitig über ein integriertes Förderbandsystem mit Klemmbacken zum Ergreifen der Ladungsträger. Ein optional integrierter RFID-Scanner ermöglicht das automatische Identifizieren der Behälter. So lässt sich die gesamte Transportkette vom Auslagern bis zur Bereitstellung lückenlos automatisieren. 

Seine mit 719 x 676 mm äußerst geringe Grundfläche ermöglicht es dem aufgabenspezifisch entwickelten, ESD-konformen autonomen Transportfahrzeug, auf engstem Raum zu navigieren. Da es am Stand drehen kann, lässt sich die Lastübergabe auch unter beengten Platzverhältnissen effizient umsetzen. Er setzt auf dem bewährten kompakten Transportroboter Melkus c4060 auf, der sich mittels LIDAR-Scanner und SLAM-Navigation ohne spezielle Installationen überall zurechtfindet. Das Fahrzeug kommuniziert per WLAN und lässt sich dank VDA5050-Kompatibilität in beliebige Leitsteuersysteme einbinden. 

Die LiFePO4-Akkus des Melkus Rack Stackers ermöglichen bis zu acht Stunden unterbrechungsfreie innerbetriebliche Transporte mit maximaler Flexibilität. Seine zwei LIDAR-Scanner sorgen für einen Rundum-Personenschutz. Langlebige Komponenten und ein modularer Aufbau minimieren den Wartungsaufwand. 

Mechatronik in der DNA 

Als zweiten wichtigen Zweig präsentiert Melkus eine hauseigene Fahrzeugsoftware, die AGVs flexibel, modular und smart machen soll. Denn in der Welt der fahrerlosen Transportsysteme entscheidet immer häufiger die Intelligenz hinter dem Fahrzeug über dessen Leistungsfähigkeit. Bei Melkus Mechatronic stammt diese Intelligenz nicht von externen Anbietern, sie entsteht vollständig im eigenen Haus. Die intern entwickelte Fahrzeugsoftware ist ein zentrales Element aller Melkus-Systeme. Sie macht den Unterschied, wenn es auf Flexibilität, Anpassbarkeit und Reaktionsgeschwindigkeit ankommt. 

„AGVs von Melkus Mechatronic haben das Wort Mechatronik nicht nur im Namen, sondern in der DNA“, ist ein Credo der Österreicher. Während viele Anbieter auf externe Softwarelösungen zurückgreifen, verfolgt Melkus einen anderen Weg: Die Fahrzeugsoftware wird zur Gänze von den eigenen Entwicklerteams programmiert, getestet und kontinuierlich weiterentwickelt. 

Dieses tiefgreifende Know-how im Unternehmen zu halten, sichert nicht nur die maximale Kontrolle über Funktionen und Schnittstellen, sondern schafft auch die Voraussetzung, um individuelle Kundenanforderungen effizient umzusetzen. So können Änderungen an bestehenden Fahrzeugfunktionen, Erweiterungen oder Fehlerbehebungen schnell und zielgerichtet erfolgen, und zwar ohne die Abhängigkeit von Drittanbietern oder langwierigen Release-Zyklen. Melkus bleibt durch seine eigene Software handlungsfähig, wovon Kunden unmittelbar profitieren. 

Modular gedacht, objektorientiert umgesetzt 

Die Softwarearchitektur folgt einem klar strukturierten, modularen Prinzip. Alle Funktionen der AGVs und das generelle Fahrzeugverhalten werden objektorientiert programmiert. Die klar definierten Module – im Fachjargon Objektklassen – lassen sich durch Parametrierung flexibel an unterschiedliche Aufgaben anpassen, ihre Eigenschaften können vererbt und auf andere Module übertragen werden. Das ermöglicht eine dynamische, leicht skalierbare Systemlogik, die mit den Anforderungen des Kunden wachsen kann. 

Ob es um eine neue Art der Lastübernahme geht – wie beim kürzlich präsentierten Melkus Rack Stacker – oder um zusätzliche Sensorik und Funktionserweiterungen: Die modulare Struktur der Fahrzeugsoftware erlaubt es, bestehende Systeme zielgenau zu erweitern, ohne in Grundfunktionen eingreifen zu müssen. Stattdessen wird ein bestehendes Modul erweitert oder auf Basis bewährter Komponenten ein neues hinzugefügt. Das spart Zeit, reduziert Fehlerquellen und erleichtert die Fehlersuche und -behebung. 

Darüber hinaus lassen sich mit diesem Systemansatz kundenspezifische Sonderlösungen wirtschaftlich realisieren. In der Praxis zeigt sich der Vorteil besonders dann, wenn es schnell gehen muss: kurzfristige Layout-Änderungen, zusätzliche Übergabestellen oder geänderte Transportlogiken lassen sich mit minimalem Aufwand in der Software abbilden. Die Reaktionszeiten im Support verkürzen sich erheblich, ein wesentlicher Vorteil in dynamischen Produktions- oder Logistikumgebungen. 

Fit für die Industrie 4.0 

Die Eigenentwicklung der Fahrzeugsoftware ist für Melkus nicht nur ein Qualitätsmerkmal, sondern ein strategischer Schlüssel zur Zukunftsfähigkeit. Melkus-Kunden investieren also nicht in eine starre FTS-Anlage mit vorgegebenen Eigenschaften, sondern in ein zukunftsgerichtetes, intelligentes System, das flexibel bleibt und mit ihren Anforderungen mitwachsen kann.  

Bilder: Melkus Mechatronic 

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