Linearaktuatoren

Elektrische Aktuatoren statt Hydraulik

Elektrische Aktuatoren statt Hydraulik

Wie lässt sich Streifenanbau effizienter umsetzen? Der elektrische Geräteträger Raptrac aus der Schweiz zeigt einen neuen Ansatz für die regenerative Landwirtschaft. Mit autonomen Fahrfunktionen und elektrischen Aktuatoren von Linak automatisiert er aufwendige Feldarbeiten – ganz ohne Hydraulik, Öl oder Treibstoffe.

Das Schweizer Unternehmen Raptrac hat einen Geräteträger entwickelt, der dem Streifenanbau in der Landwirtschaft einen großen Schub geben könnte. Der Raptrac Geräteträger ist genau auf die Bedürfnisse und Anbaumethoden im Streifenanbau der regenerativen Landwirtschaft ausgerichtet. Er mechanisiert und automatisiert gezielt die aktuell aufwendigen und manuellen Arbeitsschritte. Ziel ist es, den lokalen und ökologischen Nahrungsmittelanbau aktiv zu fördern und wirtschaftlich tragfähig zu gestalten.

Wesentliche Merkmale des Geräteträgers sind seine Multifunktionalität, seine Fahrassistenzen und sein Elektroantrieb. Der Geräteträger kann sich selbstständig in den jeweiligen Streifen bewegen und beispielsweise bei der mechanischen Unterkrautbekämpfung eingesetzt werden. Die Schweizer Entwickler haben bewusst auf den Einsatz von Hydraulik verzichtet. Grund war zum einen die höhere Effizienz durch elektrische Antriebe und die konsequente Umsetzung des „no fuel“-Prinzips auf dem Feld. „Wir wollen keine Treibstoffe und kein Öl auf dem Feld haben“, erläutert Robert Theiler, einer der Gründer von Raptrac. Stattdessen kommen neben dem elektrischen Antrieb für die Fortbewegung mehrere elektrische Linearaktuatoren der Firma Linak für die Verstellung zum Einsatz. Die Aktuatoren verstellen den Dreipunkt-Kraftheber und die Fahrgassen-Mulcher. Insgesamt sind vier Aktuatoren von Linak verbaut. Bei den verbauten Aktuatoren handelt es sich um zwei LA36 und zwei LA33, jeweils mit einer CanOpen Schnittstelle. „Wir haben uns für Linak-Antriebe entschieden, weil diese eine CanOpen Schnittstelle bieten und wir damit eine Plug and Play Integration möglich ist“, so Theiler weiter. In diesem Zusammenhang lobt Theiler auch die gute Zusammenarbeit mit dem dänischen Unternehmen Linak das in der Schweiz eine Niederlassung betreibt. Vertriebsingenieur David Kehrli hat das Projekt begleitet. „Der Einsatz von elektrischen Aktuatoren in der Landwirtschaft wird immer populärer. Linak Linearaktuatoren können hier viele ihrer Vorteile ausspielen: ihre geprüfte Robustheit und die integrierten Schnittstellen.“ Linak bietet Lösungen mit integrierter Steuerungselektronik, die sich leicht in moderne Maschinensteuerungen und IoT-Systeme einbinden lassen. Das unterstützt die Automatisierung und Digitalisierung der Landwirtschaft.

Erste Praxiserfahrungen im Feld

Der Geräteträger ist noch kein Serienprodukt. Dennoch gibt es  bereits Erfahrungsberichte. Das Hoflabor in Mönchaltdorf hat den Raptrac schon im Feld eingesetzt. Matthias Hollenstein vom HofLabor: „Wir haben seit diesem Jahr einen Raptrac und er ist intensiv im Einsatz - zum Säen, Jäten und sogar Bodenbearbeitung. Aus unserer Sicht kann der Raptrac für sehr viele Arbeiten den Traktor ersetzen. Ganz wichtig: Er fährt präzise und ist leicht zu lernen - bei uns fährt das ganze Team. So machen wir die Vielfalt auf dem Feld auch wirtschaftlich möglich. Aus unserer Sicht kann der Raptrac damit ein Schlüssel werden, für die Mosaik-Landwirtschaft, die wir im HofLabor entwickeln.“

Elektrische Aktuatoren für präzise Feldarbeit

Linak-Aktuatoren ermöglichen eine exakte Positionierung und sanfte Bewegungsabläufe, was besonders bei sensiblen landwirtschaftlichen Prozessen wie dem Streifenanbau oder der Bodenbearbeitung wichtig ist. Da keine Flüssigkeiten verwendet werden, besteht kein Risiko von Leckagen, die Boden oder Pflanzen kontaminieren könnten. Das ist besonders relevant für regenerative Landwirtschaft, bei der Bodenqualität und Umweltverträglichkeit im Fokus stehen.

Der Streifenanbau ist eine Anbaumethode in der Landwirtschaft, bei der verschiedene Nutzpflanzen in abwechselnden Streifen auf einem Feld kultiviert werden. Diese Streifen verlaufen meist quer zur Hangrichtung oder zur Windrichtung und dienen vor allem dem Schutz vor Bodenerosion. Durch die Kombination unterschiedlicher Pflanzenarten wird die Bodenfruchtbarkeit gefördert, die Biodiversität erhöht und die Ausbreitung von Schädlingen reduziert. Zudem nutzen die Pflanzen die vorhandenen Ressourcen wie Wasser und Nährstoffe effizienter. Streifenanbau ist somit eine nachhaltige und umweltschonende Bewirtschaftungsform.

Der Raptrac unterstützt eine ressourcenschonende Bewirtschaftung von Flächen, fördert die Biodiversität und trägt zur Erreichung der Klimaziele bei. Mit seinem Engagement leistet das Schweitzer Unternehmen einen wichtigen Beitrag dazu, dass gesunde und unbelastete Lebensmittel für breite Bevölkerungsschichten zugänglich werden – heute und für kommende Generationen.

Kontakt

An der Berufsschule 7
63667 Nidda
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