Linearführungen
Für Sicherheit im Ausnahmezustand
Wann immer Sonderfahrzeuge für die Flugfeldüberwachung, die Forstwirtschaft, für Feuerwehr oder auch für Film und Fernsehen gefragt sind, ist die MTD Medientechnik Duwe GmbH in Quickborn der richtige Ansprechpartner. Die hierbei eingesetzten Zulieferteile müssen äußerst robust sein, dürfen keinerlei Wartung benötigen und sollen auch mit widrigen Umgebungen zurechtkommen. Die drylin Linearführungen der Igus GmbH in Köln entsprechen diesen Anforderungen und verrichten etwa bei einem Sonderfahrzeug der Hamburger Feuerwehr zuverlässig ihren Dienst.
Seit 1995 dreht sich bei MTD Medientechnik Duwe alles um den Aufbau und Service von Sonderfahrzeugen, wobei das Unternehmen bereits 1936 gegründet wurde. Aktuell kümmern sich zehn Mitarbeiter aus den verschiedenen Bereichen der Fahrzeugmechanik und -elektronik sowie Tischler, Elektriker und Schlosser um die lokalen sowie überregionalen Kunden aus ganz Deutschland. Die Nachfrage ist riesig, erhalten die Kunden doch hochqualitative Lösungen für ihre anspruchsvollen Anwendungen in nahezu allen Gebieten der Ladungssicherung, Funk- und Lichttechnik, Navigation sowie Aggregate-Technik. Im Jahr werden zwischen 20 und 80 Aufträge bearbeitet. Dazu zählt auch das Projekt für die ATF (Analytische Task Force) der Feuerwehr Hamburg.
Um die Einsatzleiter und Einsatzleiterinnen der Feuerwehren optimal unterstützen zu können, wurde in Deutschland die sogenannte ATF CBRN (chemisch, biologisch, radiologisch, nuklear) eingerichtet. Die ATF CBRN (am Standort Hamburg CRN) besteht aus entsprechend ausgebildeten Einsatzkräften und spezieller Messtechnik. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) stattet die ATF-Standorte mit besonders leistungsfähiger Messtechnik sowie Einsatzfahrzeugen im Gesamtwert von circa 20 Millionen Euro aus, koordiniert die Spezialausbildung und beteiligt sich an den Unterhaltskosten der Standorte.
Qualität bedingt Partnerschaft
Für ein Fahrzeug zur Fernerkundung der ATF CRN Hamburg stand 2021 ein Messgerätewechsel an. Das Messgerät befindet sich im Inneren des Fahrzeugs und lässt sich mit entsprechendem System auf bis zu 1,25 Meter Höhe ausfahren. Somit galt es, auch das Ausschubsystem an das neue Gerät anzupassen. Einen adäquaten Partner für die Umrüstung des Fahrzeugs fand man in MTD, erinnert sich Tobias Kaschner, Projektverantwortlicher bei der ATF Hamburg: „Nach den entsprechenden internen Prozessen wie Bedarfssammlung und Ausschreibung erhielt MTD den Zuschlag. Hinter dem Auftrag stand ein umfassendes Pflichtenheft. Natürlich sollte es möglich sein, das Messgerät sicher 1,25 Meter aus dem Fahrzeug auszufahren. Wichtig war uns außerdem, dass eine Selbsthemmung vorhanden ist, wir auf eine lange Laufleistung vertrauen können und die Bedienung benutzerfreundlich ist.“ Neben den technischen Anforderungen war gerade Letztes entscheidend. Das nun automatische Ausfahren ermöglicht eine höhere Geschwindigkeit in der Anwendung und sorgt für eine Arbeitserleichterung bei den europaweiten Einsätzen in Großschadenslagen.
Um die von MTD gewohnte höchste Qualität zu erreichen, umfasste die Entwicklung zusammen mit der Konstruktion und den Tests etwa ein Jahr. Auch die Kölner Igus GmbH als Zulieferer der Linearführungen war frühzeitig eingebunden. Jens Duwe, Geschäftsführer von MTD, betont, wie wichtig die enge Zusammenarbeit ist: „Bei solch spezialisierten Entwicklungen, wie wir sie anbieten, ist es unabdingbar, sowohl den Kunden als auch die Partner mitzunehmen. Ansonsten kann ich kein gutes Produkt herstellen.“ Dies gelte umso mehr, als sich viele Zulieferer als „verlängerte Werkbank“ im Entwicklungsprozess einbringen. Im Falle von Igus fanden beispielsweise im Testzentrum empirische Versuche statt, um die idealen Produkte für die Anwendung herauszufinden.
Leichtigkeit und Robustheit sind Trumpf
So kommt die flache drylin Zahnriemenachse ZLW-0630 zum Einsatz, um die Dachluke im Einsatzfahrzeug zu öffnen. Hier ging es um einen schnellen Verfahrweg und besondere Leichtigkeit, damit der Schwerpunkt des Fahrzeugs unten bleibt. Darüber hinaus sollten Trockenlauf und Wartungsfreiheit gewährleistet sein. Christian Wille, technischer Verkaufsberater bei der Igus GmbH, erläutert die Produktvorteile: „Besonders dort, wo auf Schmiermittel verzichtet werden muss, empfehlen sich Linearmodule und Linearachsen von Igus. drylin Linearachsen aus Edelstahl minimieren den Aufwand für das Warten und Reinigen. Zu ihnen gehören auch die ZLW-Produkte, die bei der Hamburger Feuerwehr zum Einsatz kommen.“ Die Linearachse sei korrosionsbeständig und besonders geeignet bei Kontakt mit Wasser und Medien sowie in widrigen Umgebungen, erklärt Wille weiter: „Die robuste Konstruktion mit schmierfreien drylin W-Lineargleitlagern sorgt für eine lange Lebensdauer sowie einen wartungsfreien Betrieb. Auf Schmiermittel kann man komplett verzichten.“
Für das Ausfahren des Messgeräts aus dem Dach des Fahrzeugs wurde der drylin Spindelhubtisch SLW-25120 verbaut. Dieser erfüllt die Anforderung nach der Selbsthemmung, etwa bei einem Stromausfall. Darüber hinaus kennzeichnen äußerst verwindungssteife Aluminium-Doppelwellenprofile und viele Schlittenvarianten das Lieferprogramm. Die biegefesten Linearmodule eignen sich ideal für manuelle Formatjustierungen wie auch komplett mit Motor für elektrische Verstellungen. Im Gegensatz zum Öffnen der Dachluke, wo eine Zahnriemenachse arbeitet, sorgt bei SLW-25120 ein Trapezgewindeantrieb für die von der Feuerwehr geforderte hohe Belastbarkeit bis zu 85 Kilogramm beim Ausfahren. Auch die Ausfahrhöhe von 1,25 Metern ist problemlos möglich – das hochpreisige Messgerät kann zudem bei ungünstigen Witterungsbedingungen wie starkem Wind zuverlässig und sicher arbeiten.
In beiden Linearführungen des Sonderfahrzeugs sorgen Kunststoffenergieketten von Igus für den Schutz der notwendigen Leitungen. Diese haben sich bereits in zahlreichen Projekten durch ihre Zuverlässigkeit bewährt. Bei MTD fiel die Wahl auf Produkte der Serie E2.26. Sie zeichnen sich durch lange Lebensdauer aus, einen besonders leisen Lauf sowie durch einfache Befüllung und Montage. Die E2.26-Energiekettensysteme eignen sich für freitagenden, gleitenden oder hängenden Einbau.
Individuelle Konzepte entscheiden über den Erfolg
Tobias Kaschner fasst die technischen Anforderungen der ATF zusammen: „Eine hohe Laufleistung war für uns wichtig, aber nicht oberste Priorität. Es ging vor allem darum, dass wir höchste Stabilität erreichen können, wenn das Messgerät ausgefahren ist. Außerdem musste die Führung das hohe Gewicht tragen können, sie sollte stoßresistent sein und keinen Verschleiß zeigen.“ Beim Herausarbeiten der aktuellen Lösung setzte Jens Duwe wie gewohnt auf lokale Zulieferer: „Die Qualität und der Austausch mit den Entwicklungspartnern sind entscheidend. Das ist nur regional möglich – in der eigenen Region, national, dann europäisch international. Von Igus haben wir starke Unterstützung erhalten.“
Auch zukünftig soll die Zusammenarbeit fortgeführt werden, freut sich igus Experte Christian Wille: „Nach dem ersten erfolgreichen Aufbau sollen weitere Fahrzeuge folgen. Von der Beratung über erste Besprechungen bis hin zur Auswahl des passenden Produkts steht Igus auch hier als Projektpartner gerne zur Verfügung.“






igus.de






























































