Mobile Maschinen
Wie muss der Antrieb der Zukunft aussehen?
Wie sieht der Antrieb der Zukunft in Mobilen Arbeitsmaschinen aus? Prof. Dr. Ludger Frerichs beschreibt einen tiefgreifenden Wandel: Kleine und mittlere Maschinen werden elektrifiziert und als Purpose-Design neu gedacht. Im Hochleistungsbereich bleiben Verbrenner zunächst mit biogenen statt fossilen Kraftstoffen. Effizienz und Produktivität bleiben zentrale Treiber – auch durch automatisierte, vernetzte Systeme.
Manchmal fehlt es uns an Vorstellungskraft, wie sich wohl in nächster Zeit unsere technischen Systeme verändern mögen. Ich besitze auch keine prophetischen Gaben, aber wenn wir allein unsere Land- und Baumaschinen von vor hundert Jahren anschauen, dann erkennen wir nach vorne schauend, dass der Wandel gewaltig sein wird. Und auch der Transformationsprozess von damals dürfte Parallelen für die Zukunft aufweisen. Mit dem Fokus auf die Antriebssysteme erkennen wir ein langes Nebeneinander von ganz verschiedenen Lösungen, bis sich für eine gewisse Zeit eine Technologie durchsetzt. In einer Arbeitsgruppe des KTBL haben wir für die Landtechnik herausgearbeitet, wie sich die Entwicklung vermutlich darstellen wird. Kleinere und mittlere, vor allem hofnah eingesetzte Maschinen werden zügig elektrifiziert, nicht alle und überall, aber in einem großen Umfang. Die letzten Messen haben es ja auch gezeigt, wir befinden uns hier bereits in einem Übergang vom sogenannten Conversion- zum Purpose-Design. Das heißt, die Maschinen werden von Grund auf für den elektrischen Antrieb durchdacht und gestaltet. Im höheren Leistungsbereich, vor allem dort, wo wir eine gewisse Autonomie der Maschinen und daher große Energiemengen benötigen, bleiben wir zunächst beim Verbrennungsmotor und beim Kraftstoff. Dieser wird aber in absehbarer Zeit keine fossile Basis mehr haben. Trotz mancher Bedenken sehen wir für die mobilen Maschinen – auf dem Acker und vielleicht auch auf den Baustellen – die pflanzlichen Rohstoffe als geeignete Basis. Der Rohstoff ist nachwachsend, als Beiprodukt oder Abfall verfügbar; ob das dann HVO, RME, Pflanzenöl etc. oder auch hier ein Nebeneinander ist, muss sich finden. Sollten wir auf Dauer zu einer Wasserstoffwirtschaft kommen, kann der Wasserstoff an sich oder daraus produzierter Kraftstoff eine Lösung sein. Darauf dürfen wir aber nicht warten. Daneben werden uns zwei weitere Parallelen zur Vergangenheit in die Zukunft begleiten. Das ist, unabhängig vom Antriebssystem, die kontinuierliche Steigerung der Effizienz und zwar überall, im Prozess, in der Maschine und in den Verfahren. Die zweite Größe ist die Produktivität und damit meine ich vor allem die für die Wirtschaftlichkeit wesentliche Schlagkraft der Maschinen und Verfahren. Diese kann, sie muss aber nicht in der Maschinengröße oder Antriebsleistung liegen, diese kann zukünftig auch in eher kleineren automatisierten Maschinen und Maschinenverbünden liegen.
38106 Braunschweig
DEUTSCHLAND


tu-braunschweig.de













































































