Robotik
Bausteine für eine einfache Programmierung
Der Fachkräftemangel und der enorme Druck, Prozesse flexibler zu gestalten, prägen aktuell verschiedene Branchen – von der Fertigungsindustrie über das Gesundheits- und Laborwesen bis hin zur Intralogistik. Robotik und Automatiserung können Abhilfe schaffen, doch: In einer weltweiten ABB-Umfrage gaben 34 Prozent fehlende Kenntnisse als Hindernis für den Robotereinsatz an. ABB Robotics adressiert diese Bedenken mit einem breiten Angebot an intuitiv nutzbarer, KI-gestützter Software und Schulungsmöglichkeiten. Das Ziel: Einstiegshürden senken und moderne Robotik so einfach bedienbar zu machen wie ein Smartphone.
Programmieren ohne Vorkenntnisse: Wizard Easy Programming
Der größte Hebel für eine schnelle Produktivität liegt in der Vereinfachung der Programmierung. Hier zeigt ABB Robotics mit Wizard Easy Programming, wie auch Anwenderinnen und Anwender ohne Programmiererfahrung in kurzer Zeit Ergebnisse erzielen können. Anstatt kryptische Code-Zeilen zu schreiben, nutzen sie eine grafische Drag-and-Drop-Oberfläche. Diese blockbasierte Methode ermöglicht es selbst Neulingen, innerhalb von Minuten funktionierende Programme für Aufgaben wie Lichtbogenschweißen oder Maschinenbeschickung zu erstellen – Aufgaben, für die früher Wochen an Schulung und Entwicklungszeit nötig waren.
Diese einfache No-Code-Programmierung stellt ABB Robotics nicht nur für ihre kollaborativen Robotern (Cobots) wie GoFa zur Verfügung. Kundinnen und Kunden können die Software mittlerweile auch bei allen Sechsachs-Industrierobotern einsetzen, die von OmniCore™-Steuerungsplattform angetrieben werden. Damit verschwindet die Trennung zwischen „einfachen“ Cobots und „komplexen“ Industriemaschinen in der Bedienphilosophie zunehmend. Für Expertinnen und Experten bietet der sogenannte Skill Creator zudem die Möglichkeit, eigene, hochspezifische Wizard-Blöcke zu erstellen und zu teilen.
In Kombination mit der Lead-Through-Programmierung gelingt das Anlernen besonders einfach: Dabei lässt sich der Cobot dank der grafischen Programmieroberfläche in Wizard und durch das Führen mit der Hand nur wenige Minuten nach der Installation vollumfänglich nutzen – ohne spezielle Schulung oder Programmierkenntnisse.
KI als intelligenter Copilot
Neben Wizard Easy Programming gibt es mit dem KI-Assistenten in der Offline-Programmier- und Simulationssoftware RobotStudio ein weiteres Tool von ABB Robotics, welches die Roboterprogrammierung vereinfacht. Der AI Assistant nutzt ein Large Language Modell, um die menschliche Sprache zu interpretieren und wurde mit der vollständigen Bibliothek der ABB-Handbücher und weiterer Dokumentation trainiert. Er beantwortet Fragen, generiert einsatzbereite Codes, optimiert bestehende Routinen und hilft bei der Fehleranalyse. Damit macht er eine robotergestützte Automatisierung insbesondere für kleinere Unternehmen zugänglich, denen das entsprechende Roboter- und Programmier-Know-how bisher gefehlt hat.
Individuelle Oberflächen im Handumdrehen
Die direkte Steuerung ist aber nur Teil der Gesamtprogrammierung eines Roboters. Gerade in Produktionsumgebungen kommt es auch auf klare und gut zu bedienende Benutzeroberflächen an. Hier setzt AppStudio an: Mit diesem No-Code-Tool lassen sich grafische Benutzeroberflächen für Roboter, die die OmniCore-Plattform nutzen, in Minuten statt Tagen erstellen.
Nutzerinnen und Nutzer können für typische Anwendungsfälle aus einer cloudbasierten Bibliothek bestehende Templates, Modelle und Bausteine auswählen – verfügbar in zwanzig Sprachen. Per Drag-and-Drop lassen sich Symbole, Dropdown-Menüs und Schaltflächen hinzufügen, während ein Javascript-basierter Baukasten die Entwicklung eigner GUI-Elemente ermöglicht. Die Oberflächen können außerdem gezielt für verschiedene Geräte wie Tablets, Smartphones und das OmniCore-Handgerät FlexPendant optimiert werden.
Eine neue Ära
Die genannten Werkzeuge erleichtern bereits heute den Zugang zur Robotik, doch sie sind zugleich Teil einer übergeordneten Vision von ABB Robotics, die weit über die klassische Programmierung hinausgeht: Autonomous Versatile Robotics (AVR). Im Mittelpunkt steht die Idee einer neuen Generation von Robotern, die in der Lage sind, nahtlos zwischen verschiedenen Aufgaben zu wechseln – in Echtzeit, ohne zusätzlichen Aufwand und ohne menschliches Eingreifen. Damit entsteht ein Gegenentwurf zu der bislang dominierenden Welt starrer Betriebsabläufe, fest definierter Programme und aufwendiger Umrüstzeiten.
Diese Vision beschreibt eine Robotik, die nicht mehr ausschließlich auf vorgegebenen Schritten basiert, sondern unmittelbar auf das reagiert, was man ihr zeigt oder sagt. Hier sind Roboter in der Lage, Anweisungen intuitiv zu interpretieren, Unklarheiten durch Rückfragen zu klären und Aufgaben eigenständig zu planen. Aus diesem Zusammenspiel entsteht eine Form problemlösender Intelligenz, die sich flexibel an wechselnde Bedingungen anpasst und in der Lage ist, Arbeitsprozesse vorausschauend zu unterstützen.
Mit AVR entwickelt ABB Robotics einen Weg hin zu schnelleren, sichereren und intelligenteren Automatisierungslösungen, die sich mühelos in unterschiedlichste Branchen integrieren lassen. Die Vision bildet damit den strategischen Rahmen, auf den die heutigen digitalen Tools und KI‑gestützten Lösungen konsequent einzahlen.
Wissen to go: Flexibles Lernen mit RoboMasters
Bis Roboter vollständig autonom lernen können, benötigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter weiterhin ein gewisses Maß an Know-how. ABB Robotics adressiert dies mit der Schulungs-App RoboMasters. Sie bietet modular aufgebaute Lernpfade, die im individuellen Tempo absolviert werden können.
Gamification, Rankings und Community-Feeds erhöhen die Motivation. Das in über 50 Sprachen verfügbare Material reicht von interaktiven Lektionen bis hin zu Simulationen. Nach Abschluss der Module erhalten Teilnehmende ein offizielles Zertifikat – ein wertvoller Qualifikationsnachweis in Zeiten des Fachkräftemangels. Unternehmen sparen dadurch nicht nur Reisekosten, sondern können ihre Weiterbildungsangebot flexibel und skalierbar gestalten.
Zeit für den Robotereinsatz
Ob es um das Palettieren von Lebensmitteln, das präzise Schweißen von Metallteilen oder die automatisierte Qualitätskontrolle geht: Mit Robotern lassen sich signifikante Produktivitätssteigerungen erzielen. Die Hürden für den Einstieg in die Robotik sind aktuell so niedrig wie nie zuvor. ABB Robotics hat ein Ökosystem geschaffen, in dem Roboter nicht mehr programmiert, sondern KI-gestützt instruiert werden. Dies macht die Technologie nicht nur effizienter, sondern gibt den Nutzenden die Freiheit zurück, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren: ihre Produktion und ihre Innovationen.
Autor: Robert Löbach, Manager Cobot Distribution & Ecosystem DACH, ABB Robotics (Bild: ABB Robotics)
Kontakt: Jürgen Stühler
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DEUTSCHLAND
































